Bierwettbewerbe: Welches Feedback hilft uns wirklich? | 3.LP09 (#123)

   

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Bierwettbewerbe: Welches Feedback hilft uns wirklich? | 3.LP09 (#123) Brautag – Bier und Hobbybrauen mit Flo & Paul

Bierwettbewerbe: Welches Feedback hilft uns wirklich? | 3.LP09 (#123)

Transparenzhinweis: Die in dieser Folge besprochenen Produkte wurden entweder kostenlos zur Verfügung gestellt oder von uns selbstständig erworben. Sofern Produkte kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, wird dies in der Folge mündlich klar gekennzeichnet.

Staffel 4 kommt – und wir haben Fragen

Wir machen weiter. Dieser Satz steht über unserer neuen Läuterpause, auch wenn daneben reichlich Bier im Glas landet. In Folge 3.LP09 (#123) sprechen wir darüber, was Brautag für uns ausmacht und wie die vierte Staffel aussehen könnte. Die Entscheidung zur Fortsetzung ist gefallen. Über den Bierstil und mögliche neue Formate wollen wir mit unserer Community nachdenken. Deshalb ist diese Folge gleichzeitig Rückblick, Blindverkostung und eine Einladung, eure Wünsche mit uns zu teilen.

Der Aufwand hinter den Hauptfolgen beschäftigt uns dabei ganz offen. Recherche, Aufnahme und Schnitt müssen neben dem Alltag ihren Platz finden. Trotzdem hängen wir an den ausführlichen Themenfolgen. Beim Vorbereiten lernen wir selbst dazu, hinterfragen Brauprozesse und entdecken Zusammenhänge, die uns beim nächsten Sud helfen. Genau diese Mischung aus persönlichem Gespräch und fachlicher Tiefe möchten wir erhalten. Eine längere Diskussion über die Zukunft darf bei uns deshalb genauso dazugehören wie eine spontane Abschweifung beim Einschenken.

Stralsund: Gemeinschaft, Wettbewerb und Lernchancen

Paul bringt Eindrücke von der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer in Stralsund mit. Trotz wechselhaften Wetters beschreibt er ein lebendiges Treffen mit vielen Gesprächen, kreativen Bieren und bekannten Gesichtern. Flo wäre gerne dabei gewesen, musste die Reise diesmal aber auslassen. Solche Veranstaltungen zeigen uns, wie viel die Hobbybrauerszene vom persönlichen Austausch lebt: Man probiert, fragt nach und kommt auch mit Menschen ins Gespräch, die man bisher nur aus Nachrichten kennt.

Wir gratulieren Daniel Martini zum Gewinn der Meisterschaft [1]. Im Gespräch loben wir die Begeisterung, mit der über sein Siegerbier gesprochen wurde. Gleichzeitig möchten wir über das Feedback für die vielen anderen eingereichten Biere reden. Beides gehört für uns zusammen: Freude an einem gelungenen Treffen und der Wunsch, dass Teilnehmende aus einer Bewertung möglichst viel für ihr eigenes Brauen mitnehmen können.

Was uns gutes Wettbewerbsfeedback bringt

Paul schildert seinen eigenen Bewertungsbogen und die Frage, was er daraus konkret für einen weiteren Weizenbock ableiten soll. Ein Hinweis auf mehr Alkohol wirkt für ihn angesichts des gemessenen Wertes von 7,6 Prozent zunächst wenig hilfreich. Flo hält dagegen, dass ein analytischer Wert und der wahrgenommene Eindruck verschiedene Dinge beschreiben können. Ein Bier kann einen bestimmten Alkoholgehalt besitzen und trotzdem weniger wärmend wirken, als die Verkostenden erwarten.

Unser Wunsch ist deshalb nachvollziehbares, möglichst konkretes Feedback. Welche Wahrnehmung hat zu einer Bewertung geführt? Was passt zum erwarteten Bierstil, wo liegt eine Abweichung? Hilfreich finden wir auch, wenn unterschiedliche Eindrücke der Judges sichtbar werden. Das sind unsere Erfahrungen und Verbesserungsideen, keine unabhängige Untersuchung des Wettbewerbs. Wir sprechen ebenso darüber, dass Transport und Zeit zwischen Verkostungsrunden ein Bier verändern können. Die direkt beigefügte Bieranalyse heben wir ausdrücklich positiv hervor. Sie liefert einen anderen, ergänzenden Blick auf den Sud.

Vom Kirschkuchen bis zum Oldschool-Hopfen

Auch außerhalb der Blindverkostung ist die Auswahl breit. Paul beginnt mit Augustiner Alkoholfrei Hell. Flo schenkt sich das Wild Cherry Ale von Braukamp ein: Kirschfrucht, eine dezente Brett-Note und ein schlanker, trockener Eindruck bringen ihn gedanklich zum Dessert. Amarena-Sauerkirschen und Vanille werden als Zutaten genannt; die Vanille erkennt er sensorisch allerdings nicht eindeutig. Gerade dieser Unterschied zwischen Rezept und Wahrnehmung begleitet uns später erneut.

Beim Sour Power von Maisel & Friends treffen für uns Maracuja-Assoziationen, frische Säure und grün-würziger Hopfen zusammen[2]. Pauls Algorithmusfrei von orca brau und Probierjunge verbindet für ihn malzige Keks- und Toastnoten mit einer klassischen IPA-Bittere. Flo findet im Zweikorn-Saison von Matthias Pflug vom Brauamt Mosbach Weißwein-, Honig- und Kandisanklänge.

Blindverkostung: Erwartungen mit ins Glas gebracht

Drei eingeschickte Hörerbiere verkosten wir ohne vorab aufgelöste Rezeptinformationen. Beim ersten kreisen unsere Gedanken um Märzen, Ale, Honig und nussige Eindrücke. Nach dem Öffnen der Information steht ein Pseudo-Lager beziehungsweise Landbier mit Lutra Kveik vor uns [3].

Himbeer-Sommerbier und belgisches Dubbel

Das zweite Bier sorgt mit kräftiger Himbeere und einem cremigen Eindruck für Gesprächsstoff. Flo denkt an süßen Sahne-Himbeerjoghurt und tippt schließlich auf Laktose. Die Auflösung nennt Voss Kveik, vier Kilogramm Himbeeren auf 25 Liter und 500 Gramm Laktose. Besonders überrascht uns der genannte Alkoholgehalt von nur 3,6 Prozent.

Beim dritten Glas landen wir beim belgischen Dubbel. Wieder suchen wir nach einem zusätzlichen Kniff, obwohl die Auflösung keinen solchen verlangt. Flo nimmt unter anderem erdige und an Sojasauce erinnernde Noten wahr; Paul teilt nicht alle Eindrücke.

Hopfenreiter 2026: vertrautes Gefühl, neue Mischung

Zum Abschluss öffnen wir den Hopfenreiter 2026, die elfte Ausgabe. Für uns bringt er dieses Jahr besonders viele Erinnerungen an frühere kräftige IPAs mit: Zitrus, Orange und deutlich grüne Eindrücke liegen auf einem präsenten Malzbett. Mit den genannten 8,5 Prozent ist das Bier kräftig, auch wenn wir es als gut eingebunden empfinden.

Frontaal bringt Elani ein, Dry & Bitter Nectaron, Fauve Craft Bière Sabro und Browar Nepomucen Książęcy. Dazu kommen Styrian Dragon von Birrificio Italiano und Topaz von Maisel & Friends. [5] Sour Power und Hopfenreiter wurden uns kostenlos zur Verfügung gestellt; das sprechen wir in der Folge an.

Welche vierte Staffel wünscht ihr euch?

Mehr gemeinsame Verkostungen, ausführliche Themen, Gäste und andere Fermente: Eure Nachrichten liefern reichlich Stoff. Live-Tastings finden wir als Idee spannend. Denkbar wäre, dass ihr euch die besprochenen Biere vorher besorgen und mitverkosten könnt. Auch Belgien, stärkere belgische Biere, Lambic und Gueuze sind Wünsche und Gesprächsrichtungen, noch kein beschlossenes Staffelthema.

Die verkosteten Biere im Überblick

  • Alkoholfrei Hell – Augustiner-Bräu
  • Wild Cherry Ale – Braukamp
  • Sour Power – Maisel & Friends
  • Algorithmusfrei – orca brau × Probierjunge
  • Zweikorn-Saison – Matthias Pflug / Brauamt Mosbach
  • Pseudo-Lager / Landbier – Janis aus Nordhessen
  • Himbeer-Sommerbier – Janis aus Nordhessen
  • Belgisches Dubbel – Janis aus Nordhessen
  • Hopfenreiter 2026 (#11) – Maisel & Friends

Quellen und weiterführende Informationen

[1] Deutsche Meisterschaft der Hobbybrauer 2026: offizieller Ergebnisbericht

https://www.hobbybrauer-meisterschaft.de/news/details/default-da0666151fd0a6dfca609d5f59f91210

[2] Maisel & Friends: Sour Power, Herstellerprofil Project Maisel 2024

https://www.maiselandfriends.com/de/biere/limited-biere/project-maisel/project-maisel-2024/

[3] Omega Yeast: Lutra Kveik OYL-071

https://omegayeast.com/products/lutra-kveik-standard

[4] BJCP 2021: 26B Belgian Dubbel

https://www.bjcp.org/style/2021/26/26B/belgian-dubbel/

[5] Maisel & Friends: Hopfenreiter 2026

https://www.maiselandfriends.com/de/biere/limited-biere/hopfenreiter/hopfenreiter-2026/

Abrufdatum aller externen Quellen: 10.09.2026.

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