Folge 3.LP04 – Läuterpause No. 4

   

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Folge 3.S04 – Steinzeit Steinbier Brautag

  1. Kurzbeschreibung der Folge   
    1. Biere in dieser Folge
    2. Produkte in dieser Folge
  2. Quellen 

Kurzbeschreibung der Folge   

Transparenzhinweis: Die in dieser Folge besprochenen Produkte wurden entweder kostenlos zur Verfügung gestellt oder von uns selbstständig erworben. Sofern Produkte kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, wird dies in der Folge mündlich klar gekennzeichnet.

In dieser neuen Läuterpause wird es hopfig, nerdig und wie immer angenehm unperfekt: Flo und Paul probieren sich durch mehrere Hörerbiere und diskutieren dabei über Themen, die aktuell viele Hobbybrauer beschäftigt: Hopfen, Mash Hopping und Biotransformation.

Los geht es mit zwei sehr unterschiedlichen Bieren: Paul startet mit einem Kveik New England IPA was mit tropischen, cremigen und roten Fruchtnoten punktet, während Flo mit dem kräftigen Brett Grape Ale „Tannenhofer“ von G-Bräu Tommy einsteigt, das weinartig, trocken und komplex rüberkommt.

Der erste große Themenblock dreht sich um Mash Hopping. Auslöser ist die in sozialen Medien kursierende Behauptung, dass man Mash Hopping lieber ganz lassen sollte, weil dadurch grüne, grasige oder paprikalastige Noten entstehen könnten. Paul und Flo ordnen das differenziert ein. Sie erklären, dass der eigentliche Reiz von Mash Hopping nicht in klassischen Hopfenölen liegt, sondern in den gebundenen Thiolvorstufen, die durch geeignete Hefen später freigesetzt werden können. Gleichzeitig machen sie aber auch klar, dass die Kritik nicht völlig aus der Luft gegriffen ist: Aus der eigenen Praxis kennen sie durchaus Sude, bei denen zu viel Mash Hopping in eine grün-grasige Richtung gekippt ist. Ihr Fazit: Die biochemische Grundlage hinter dem Verfahren ist weiterhin plausibel, aber die sensorische Wirkung hängt stark von Dosierung, Hopfensorte, Hefe und Gesamtprozess ab.

Dazu passt auch der nächste Exkurs: Flo bringt ein aktuelles Paper ins Gespräch, das zeigt, dass Hopfenmaterial womöglich nicht nur Enzyme und Aromastoffe ins Bier einbringt, sondern auch Mikroorganismen, die das Biotransformationsergebnis beeinflussen könnten. Gerade beim Kalthopfen sei das ein spannender, oft übersehener Faktor. Die beiden machen deutlich, wie komplex das Thema inzwischen geworden ist: Hopfen, Hefe, Thiolfreisetzung und mögliche mikrobielle Nebeneffekte greifen viel stärker ineinander, als man auf den ersten Blick vermutet.

Zwischendurch wird natürlich weiter verkostet, und eines der Highlights der Folge ist das Hanf-Weizen „Schneiders Pfeife“. Das Bier ist beiden von der HBCON besonders im Gedächtnis und sorgt auch hier wieder für Begeisterung. Beschrieben wird es als extrem intensiv, mit deutlicher Hanf- bzw. Cannabis-Aromatik, gleichzeitig aber sauber eingebettet in einen leichten Weizenbier-Rahmen. In der Diskussion geht es sogar so weit, dass über alternative Stilrichtungen spekuliert wird, in denen diese Aromatik ebenfalls hervorragend funktionieren könnte – etwa als Saison, West Coast IPA oder West Coast Pils.

Im zweiten großen Themenblock werfen Flo und Paul einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Hopfenwelt. Ausgangspunkt ist eine Übersicht der International Hop Growers Convention, aus der hervorgeht, dass die Zahl kommerziell angebauter Hopfensorten weiter steigt. Besprochen werden unter anderem neue oder frisch relevante Sorten wie Krush, Superdelic, Dolcita, Luna, Rhapsody, Hüll Classic und Nobella. Zusätzlich kommt mit Lupo Core noch ein neues Hopfenprodukt zwischen T90 und LupoMax zur Sprache.

Später in der Folge probieren die beiden außerdem unter anderem die Amburana-Version des „Rosinenbombers“ von Kellerbräu, die mit Koriander, Orangenschale und subtil eingebundener Holz- bzw. Zimtaromatik einen fast winterlich-punschigen Eindruck hinterlässt.

Auch die Kategorie „Brautag Gadgets“ kommt diesmal nicht zu kurz: Paul präsentiert aus der Fermenter-Ecke ein paar Kleinigkeiten.

Unterm Strich ist diese Episode eine Mischung aus Biertasting, Rohstoffkunde und Brauer-Stammtisch auf hohem Niveau.

Biere in dieser Folge

1. Kveik New England IPA Hop Fog mit der Tormordgarden Kveik

2. Tannenhofer von G-Bräu Tommy Rölfs ein Brett Grape Ale

3. Schneiders Pfeife von Burger Bräu

⁠https://untappd.com/b/burger-brau-schneiders-pfeiffe/6627188

4. Dark Smoky Lager – Miss Wallace von Kees Gäser x Eichwegbräu

5. Rosinenbomber (Amburana Version) – Belgian Dubbel von Kellerbräu – Ulf Hofferbert

6. Wooden Impact von Heisinger Hopfenhimmel

7. Imperial Coconut Stout von 2CanBrew – Fabian Telkämper

Produkte in dieser Folge

1. 30L FermZilla All Rounder Easy-Grip Pressure Fermenter Starter Kit

https://kegland.eu/products/30l-fermzilla-all-rounder-easy-grip-pressure-fermenter-starter-kit?variant=55974159548796

2. Freh Wort Kit

https://kegland.eu/products/fwk-creative-amber?variant=55421387702652

Quellen 

[1] Denby, C. & Harris, N. (2026) Thiol rethink: Lessons from 8 years of dialing in thiol levels for hazy IPA. Craft Beer & Brewing, 19. Februar. Verfügbar unter: https://www.beerandbrewing.com/thiol-rethink-lessons-from-8-years-of-dialing-in-thiol-levels-for-hazy-ipa

[2] John I. Haas, Inc. (2026). Introducing Luna® (HPA-033).
Verfügbar unter: https://www.johnihaas.com/news-views/introducing-luna-hpa-033/

[3] Clayton Hops (2026). NZ Rhapzody™.
Verfügbar unter: https://www.claytonhops.co.nz/pages/nz-rhapzody

[4] Hopsteiner (2025/2026). Alora™ – Hop Variety Information.
Verfügbar unter: https://info.hopsteiner.com/alora

[5] Hopsteiner (2025). Erebus™ – Variety Profile.
Verfügbar unter: https://www.hopsteiner.com

[6] Hop Breeding Company (HBC) / John I. Haas (2025). Dolcita™ (HBC 1019 cv.) – Variety Release Information.

[7] BarthHaas. Huell Classic.
https://www.barthhaas.com/hops-and-products/hops/huell-classic

[8] Hopsteiner. Nobella.
https://pim.hopsteiner.de/en/varieties/nbl

[9] Yakima Chief Hops (2026). Strata® Now Available as Cryo Hops®.
Verfügbar unter: https://www.yakimachief.com/commercial/hop-wire/strata-goes-cryo

[10] Clayton Hops (2026). Amplifire™ Fresh Hop Oil.
Verfügbar unter: https://www.claytonhops.co.nz

[11] BarthHaas (2026). Hop Science – March 2026: Biotransformation and Thiol Release in Fermentation. Verfügbar unter: https://www.barthhaas.com/ressources/blog/blog-article/hop-science-march-2026

[12] BarthHaas (2026). Hop Science – February 2026: Influence of Hop Seeds on Beer Quality. Verfügbar unter: https://www.barthhaas.com/ressources/blog/blog-article/hop-science-february-2026

[13] Hopfenforschung / International Hop Growers’ Convention. (2025). Variety List 2025.
https://www.hopfenforschung.de/en/variety-list-2025-of-the-international-hop-growers-convention-ihgc/

[14] Hopfenforschung / International Hop Growers’ Convention. (2024). Variety List 2024.https://www.hopfenforschung.de/wp-content/uploads/2024/12/IHGC-hop-variety-list-2024_final.pdf

[15] Florian Schüll, Adrian Forster and Andreas Gahr (2025). Influence of hop seeds on the analytical properties and sensory quality of beer
https://brewingscience.de/index.php/brewingscience/article/view/608/535

[16] Molnár, A., Lovas, M., Kiss, T., Knapp, D. G., Lepres, L. A., Váczy, K. Z., & Geml, J. (2025). From hop (Humulus lupulus L.) to beer: hop pellets as fungal vectors in dry-hopped craft beers. FEMS Microbiology Letters, 372, fnaf138.
https://doi.org/10.1093/femsle/fnaf138

[17] John I. Haas. (o. J.). The future of hop pellets has arrived: Introducing the Lupo Series.
https://www.johnihaas.com/news-views/the-future-of-hop-pellets-has-arrived-introducing-the-lupo-series/

[18] Tomordgarden Kveik Guide – David Heath Homebrew https://www.youtube.com/watch?v=kWYF7qHEbZs

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