Folge 2.BE05 – Markus Raupach – Bier-, Käse- und Edelbrandsommelier

   

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Folge 2.BE05 – Markus Raupach – Bier-, Käse- und Edelbrandsommelier Brautag

  1. Kurzbeschreibung der Folge   
    1. Bamberg: Bierkultur als Lebensgefühl (und nicht nur als Getränk)
    2. Von Sommelier-Ausbildungen, Sensorik & dem „Worte-finden“-Skill
    3. Beer Judge weltweit: Lernen, moderieren – und manchmal auch Nerven behalten
    4. Biere im Glas: Hobbybrauer, Grape Ale & Salted Caramel Porter
    5. Der Bierkultur-Krimi: Familiengeschichte, Flohmarkt-Fund & die Brauerei Raupachs in Dänemark
  2. Key-Takeaways
  3. Quellen 

Kurzbeschreibung der Folge   

Manche Podcast-Folgen fühlen sich an wie ein gemütlicher Abend im Bierkeller: gute Gespräche, spannende Aromen im Glas – und am Ende geht man nicht nur beschwingt, sondern auch klüger nach Hause. Genau so eine Folge ist diese Ausgabe von „Bier Experten im Rampenlicht“ mit Markus Raupach aus Bamberg.

Flo und Paul begrüßen Markus als echten Allrounder der Genusswelt: Biersommelier, Edelbrand- und Käsesommelier, Journalist, Autor, Fotograf – und Gründer der Deutschen Bierakademie, in der er Wissen und Leidenschaft rund ums Bier weitergibt.
Doch statt einer klassischen „Karriere-Story“ wird diese Episode vor allem eins: eine Reise durch Bierkultur, Sensorik und echte Erlebnisse – von Bamberg bis Oregon, von Grape Ale bis Porter, von Hobbybrauer-Power bis zur internationalen Juryarbeit.


Bamberg: Bierkultur als Lebensgefühl (und nicht nur als Getränk)

Markus beschreibt sehr plastisch, wie selbstverständlich Bier in Bamberg zum Alltag gehört: Bierkeller statt Wohnzimmer, Brauereien im Umland, Essen und Begegnungen – Bierkultur eben als sozialer Mittelpunkt. Erst während des Studiums merkt er, wie besonders diese Stadt eigentlich ist, weil Außenstehende ihn plötzlich ständig fragen: „Warum ist das hier so?“

Dieser Perspektivwechsel ist ein Kernmoment der Folge: Das, was für Markus „normal“ war, wurde auf einmal zur Besonderheit – und wurde zum Startpunkt für das, was später zu Büchern, Events und der Bierakademie führte.


Von Sommelier-Ausbildungen, Sensorik & dem „Worte-finden“-Skill

Spannend wird es auch beim Thema Ausbildung: Markus erklärt, dass ein Titel allein nicht reicht – man muss lernen, Sensorik in Sprache zu übersetzen. Gerade beim Edelbrand-Sommelier habe ihn das massiv weitergebracht, weil dort extrem viel verkostet und beschrieben wird. Das hilft am Ende auch im Bierbereich enorm, weil man dadurch schneller und präziser die richtigen Begriffe findet – egal ob im Tasting, beim Pairing oder in der Jury.

Dazu kommen witzige, aber auch sehr reale Details: Bei Bränden ist es ein Vorteil, nicht zwingend alles schlucken zu müssen – sonst wären Wettbewerbe mit dutzenden Proben pro Tag gar nicht machbar.


Beer Judge weltweit: Lernen, moderieren – und manchmal auch Nerven behalten

Ein echtes Highlight ist Markus’ Blick in die Welt internationaler Bierwettbewerbe: Judging bedeutet nicht nur „verkosten“, sondern auch moderieren, diskutieren, Stiltypizität bewerten und am Tisch zu einem fairen Ergebnis kommen – oft mit Menschen aus vielen Ländern und sehr unterschiedlichen Erwartungshaltungen.

Besonders ehrlich: Er erzählt auch von Momenten, in denen Diskussionen schief laufen können – etwa wenn persönliche Vorlieben plötzlich wichtiger werden als die Wettbewerbsrichtlinien. Genau dann braucht es Ruhe, Empathie und manchmal schlicht: Deeskalation. Denn am Ende ist es „nur Bier“ – auch wenn alle es ernst meinen.


Biere im Glas: Hobbybrauer, Grape Ale & Salted Caramel Porter

Natürlich bleibt es nicht bei Theorie: Flo und Markus verkosten in der Folge mehrere Biere – darunter ein Wild Franconian Grape Ale, das Gewürztraminer und Pale Ale zusammenbringt und spontan vergoren wurde. Das Gespräch zeigt, wie spannend dieser Hybrid-Stil sein kann – aber auch wie schwer er im Wettbewerb zu bewerten ist, weil „laut“ nicht automatisch „gut“ bedeutet und filigrane Biere oft die größere Kunst sind.

Markus selbst öffnet außerdem ein Salted Caramel Porter von Cascade Lakes Brewing aus Oregon (5,8%), mit nussig-schokoladigem Profil, cremigem Schaum und einem Salzspiel, das das Bier trinkbarer macht, ohne es zu überladen.


Der Bierkultur-Krimi: Familiengeschichte, Flohmarkt-Fund & die Brauerei Raupachs in Dänemark

Und dann kommt der Teil, der die Folge fast schon filmreif macht: Ein Freund entdeckt auf einem Flohmarkt alte Etiketten/Bierkisten mit „Raupach“ – und plötzlich beginnt eine Spurensuche in die Familiengeschichte.

Markus findet heraus: Teile seiner Familie wanderten im 19. Jahrhundert aus Schlesien nach Dänemark aus, gründeten dort 1850 die Brauerei Raupachs (nahe Aarhus) – und das Ganze existierte bis 1974 (dem Jahr, in dem Markus geboren wurde). Eine extrem starke Koinzidenz – und ein perfekter Beweis dafür, wie eng Bierkultur manchmal mit Lebenswegen verbunden ist.

Key-Takeaways

  • Markus Raupach ist eine feste Größe der deutschen Bier- und Genusswelt (Biersommelier, Autor, Bierakademie).
  • Bamberg zeigt, wie Bierkultur mehr ist als Bier: sozialer Alltag, Tradition, Begegnung.
  • Sensorik bedeutet nicht nur schmecken – sondern Worte finden und nachvollziehbar beschreiben.
  • Edelbrand- und Käse-Sommelier-Ausbildung erweitern die Bier-Pairing-Kompetenz massiv.
  • Internationales Judging braucht neben Fachwissen auch Moderation und „menschliche Skills“.
  • Wettbewerbe können hitzig werden, wenn persönliche Vorlieben die Stilrichtlinien überlagern.
  • Grape Ales verbinden Bier- und Weinwelt, sind aber im Judging extrem anspruchsvoll.
  • „Laut“ ist nicht automatisch besser: filigrane Biere sind oft die größere Kunst.
  • Auch ein Salted Caramel Porter kann komplex und trotzdem elegant trinkbar sein.

Quellen 

[1] ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://brauer-bund.de/genuss/biersommeliers/⁠

[2] ⁠https://bierakademie.net/⁠

[3] ⁠https://www.instagram.com/deutschebierakademie.foryou/

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