„Früher haben die Frauen die Braubranche dominiert. Von den Wikingern bis zu den Ägyptern haben Frauen immer gebraut, sowohl für religiöse Feiern als auch um kalorienreiche Getränke für den eigenen Haushalt herzustellen. Die deutsche Nonne Hildegard von Bingen erstellte im 12. Jahrhundert die ersten noch erhaltenen Aufzeichnungen über die Verwendung von Hopfen in Bier. Und in den nordamerikanischen Kolonien waren erstmals über einen längeren Zeitraum Frauen für das Bier verantwortlich. Man denke nur an Susanna Ohland, deren Bierrezepte die Basis für die Gründung der ältesten unabhängigen Brauerei Kanadas wurde, der Moosehead Brewery. Mit Beginn der Industrialisierung wurden die Frauen aus dem Braugewerbe verdrängt, aber jetzt sind sie wieder da.„
Das war ein Auszug aus einem Artikel von Foss Analytics, Women in Brewing. Jetzt sind sie wieder da, Gott sei Dank würde ich sage [1].
- Vorstellung Mareike Hasenbeck
- Interview Teil I
- Was haben wir im Glas?
- Interview Teil II
- Was haben wir im Glas
- Interview Teil III
- Lieblingsbier
- Quellen
Vorstellung Mareike Hasenbeck
Paul Und damit herzlich willkommen zu der dritten Folge mittlerweile, Bierexperten und Bierexpertinnen im Rampenlicht. Und ihr ahnt es, wir haben heute eine Frau zu Gast, die sich aber mal sowas von mit Bier auskennt. Ich bin schon mega gespannt auf die Folge, aber zunächst begrüße ich meinen geschätzten Podcast-Kollegen und Edelstahl-Tycoon Flo Erdel. Flo, wie geht’s dir? Und was haben wir heute für einen spannenden Gast eingeladen?
Flo Du packst echt immer wildere Beschreibungen für mich aus, aber sehr, sehr cool. Mir geht’s sehr gut, Paul, das ist ja klar. Und wie du? Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen und freue mich außerordentlich. Da lassen wir gleich mal die Katze aus dem Sack, dass wir heute die Mareike Hasenbeck in unserem bescheidenen kleinen virtuellen Podcaststudio begrüßen dürfen. Und wie du schon angeteasert hast, die bringt jede Menge Wissen mit, die notwendigen sensorischen Skills und hat auch zahlreiche Qualifikationen rund um das Thema Bier vorzuweisen. Und vor ein paar Tagen hat sie auch einen Preis abgeräumt für ihr jüngstes Werk, aber ich glaube, da gehen wir später näher drauf ein. In diesem Sinne, Mareike, schön, dass du da bist. Wir freuen uns riesig, die Folge mit dir aufzunehmen. Und als Einstieg wäre es, denke ich, ganz gut, wenn du dich unseren Hörern kurz vorstellst.
Mareike Ja, ich grüße euch auch erstmal ganz herzlich. Vielen Dank, dass ich hier eingeladen wurde zu eurem Podcast. Finde ich mega gut. Und ja, wer mich nicht kennt, ich bin Mareike, Mareike Hasenbeck. Ich bin freie Journalistin und schreibe seit guten zehn Jahren tatsächlich überwiegend über das Thema Bier [2]. Hätte ich so selber nie gedacht, dass es irgendwie mal so weit kommt. Und bin Deutschlands erste Craft-Bier-Bloggerin mit meinem Blog feinerhopfen.com [3]. Und habe dann irgendwann gedacht, also ich muss das irgendwie ausbauen, weil es ist so spannend. Und habe dann ein Biersommiliére gemacht, bin sensorische Sachverständige für Bier und habe dann vor zwei Jahren auch noch meinen Master auf Bier draufgelegt. Darf man zwar eigentlich so nicht sagen, weil es kein akademischer Titel ist. Deswegen heißt es eigentlich Certified Member of the Institute of Masters of Beer.
Paul Also ganz entspannter Begriff.
Mareike Ja, das muss man mal auf die Visitenkarte schreiben. Auf die Klingel. Ganz genau. Ja, und wie du schon gesagt hast, habe ich Anfang dieses Jahres quasi mein erstes Buch veröffentlicht. Bier unser, worauf ich sehr, sehr stolz bin und mich auch freue, dass es anscheinend gut ankommt, weil sonst hätte ich keinen Preis bekommen.
Paul Wahnsinn. Also schöne kurze Zusammenfassung, was es aber noch gar nicht alles beschreibt, was du eigentlich alles machst. Also da kommt ja noch ganz, ganz viel dazu. Aber da kommen wir natürlich im Laufe der Folge auf jeden Fall drauf zurück. Und hast du, was uns als allererstes mal interessieren würde, hast du auch schon mal selber gebraut? Also hast du schon mal irgendwie Hobbybrauen oder in der Brauerei oder hast du irgendwie schon mal sowas auch gemacht?
Mareike Auf jeden Fall. Also ich finde auch, dass jeder, der sich mit Bier beschäftigt, der sollte auf jeden Fall mal Bier gebraut haben, weil man dann erst wirklich versteht, was dahinter steckt. Und dann sieht man auch erst, wie kompliziert es ist, ein Bier zu brauen. Also meine ersten beiden Sude, glaube ich, wenn ihr die probiert hättet, da hättest du dich wahrscheinlich die Fußnägel hochgerollt oder die Nackenhaare aufgestellt, weil das wäre nämlich eine Vollkatastrophe. Aber wie gesagt, man muss sich da einfach reinarbeiten und einfach mal sehen. Und das ist jetzt da Profi, wir haben Gottes Willen, aber macht Spaß. Und ich habe mich da immer eher auf, ja, auch Ales, IPAs quasi spezialisiert. Hättest du, wie gesagt, ausprobiert, sagen wir es mal so. Und ja, mein Freund ist jetzt tatsächlich leidenschaftlicher Hobbybrauer geworden. Und jetzt am Wochenende wollen wir vielleicht ein Stout brauen mit Spekulatius.
Paul Oh, das klingt gut. Das passt ja jetzt perfekt in die Zeit noch. Ein bisschen enger, aber das könnte noch gut passen. Sehr schön. Joa, das geht schon. Flo, hast du nicht auch irgendwie gerade ein Stout im Glas, um jetzt hier mal die Brücke zu schlagen? Also, du hast mir doch da gerade was erzählt. Du lässt ja gerade nichts anbrennen.
Flo Ja, ich habe gedacht, heute an so einem Mittwochabend, wo es langsam ein bisschen kälter draußen wird, habe ich mir von Kehrwieder ein Barbados Barrel-Aged Imperials Stout eingeschenkt mit schlanken 12,7 Prozent.
Mareike Willst du jetzt gleich ins Bett gehen nach der Folge?
Flo Ja, schauen wir mal. Es sind ja nur 0,33. Also, das geht schon. Da kann ich genüsslich wegsippen.
Interview Teil I
Paul Da gehst du ganz entspannt an die Folge ran. Finde ich gut. Mareike, du hast es gerade angesprochen. Feinerhopfen.com, das ist ja dein Baby, was du schon sehr, sehr lang betreust. Kannst du da vielleicht ganz kurz sagen, was sind so die Inhalte-Themen? Was ist so der Content? Und wie oft veröffentlicht du da? Bist du da regelmäßig dabei? Wie ist das so?
Mareike Also, ich muss ehrlich gesagt gestehen, ich mache das ja jetzt schon seit über zehn Jahren mit dem Blog. Und dass so ein bisschen, ich würde nicht sagen, die Leidenschaft verloren gegangen ist. Aber wenn man das seit zehn Jahren macht und mit dem Blog verdiene ich ja kein Geld, sondern das ist ja quasi meine Plattform, worüber ich das geschafft habe, dass man mich kennt. Und aktuell, dadurch, dass ich ja selbstständig bin und ich natürlich auch gucken muss, wie das Geld reinkommt und Corona jetzt gerade für Selbstständige auch nicht in der Easy-Phase war, ja, es ist tatsächlich weniger geworden. Ich versuche schon regelmäßig immer noch was zu machen. Es ist aber deutlich weniger geworden, was mir auch sehr leid tut. Ich versuche das wieder besser zu machen. Aber ich habe da, glaube ich, einen ganz guten Rundumschlag. Also meine Lieblingskategorie sind eigentlich so schräge Biere, da ich ja auch viel rund um den Globus unterwegs bin und immer auf der Suche bin nach schrägen Bieren, die halt nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut sind. Habe ich da eine Rubrik, wo ich sehr schöne, spannende Biere, wie ich finde, vorstelle. Sonst sind es auch einfach Tastings von Bieren, die ich gerne getrunken habe. Also mein Ansatz ist auch nicht, auf dem Blog jetzt das räudigste Bier irgendwie vorzustellen, was von Fehlern übersät ist, weil das ist nicht meine… Das möchte ich einfach nicht, weil ich will den Brauereien ja nicht schaden. Wenn ich ein schlechtes Bier im Glas habe, die Brauerei gut kenne, dann rufe ich denjenigen oder diejenige an und sage denen halt, hey, irgendwas stimmt mit deinem Bier nicht. Aber will dann niemandem zu Schaden kommen. Sonst habe ich noch einige Brauerporträts und Interviews und aktuelle Themen. Also es ist eigentlich, glaube ich, eine ganz bunte Mischung tatsächlich.
Paul Ja, sehr cool. Also ich gebe ganz ehrlich zu, für die eine oder andere Recherche, auch für meinen Blog oder für andere Sachen gucke ich bei dir sehr gerne vorbei, weil du hast so fast über jeden schon mal irgendwie ein kleines Porträt verfasst oder irgendein Bier getrunken und da kann man immer so ein paar coole Infos auf jeden Fall rausziehen. Das ist wirklich eine schöne Seite.
Mareike Ja, sehr gut. Das freut mich. Das ist gut zu hören.
Flo Du hattest ja bei deiner Kurzvorstellung erwähnt, dass du Biersommelier bist und nicht jeder von unseren Zuhörern kann sich da vielleicht so ein komplettes Bild machen, was da alles dazugehört. Du hast auch schon bei einer Antwort erwähnt, dass du rund um den Globus unterwegs bist und klar als Biersommelier auch in den Juries bist. Aber was gehört da noch dazu für dich? Bietest du auch Tastings an oder Schulungen rund um das Thema?
Mareike Also Tastings auf jeden Fall. Ich habe das zwar jetzt so akut noch nicht wirklich beworben. Ich mache zwar manchmal jetzt wegen der Weihnachtszeit mal so einen Post, dass vielleicht eine Firma auf mich zukommt, aber tatsächlich war das bisher immer irgendwie bei Mundpropaganda, was ja auch sehr schön ist. Ja, also Schulungen an sich. Ja gut, ich habe für die Biersommelier-Ausbildung im Bierkulturhaus Kiesbye [4] in Österreich habe ich schon mal einen Vortrag gehalten und sowas. Also ich war jetzt auch diese Woche in Rostock zum Beispiel auf einer Gastronomie-Messe und habe dort einen ganzen Tag des Bieres organisiert und moderiert. Also sowas mache ich auch. Das ist bei mir irgendwie, ich bin ja tatsächlich durch Zufall zum Bier gekommen und inzwischen ist das wirklich alles so ein Gesamtkonstrukt, dass ich gar nicht sagen kann, was ich jetzt eigentlich genau bin und mache, weil das alles irgendwie so zusammengehört. Also überwiegend bin ich immer noch, klar, Journalistin und schreibe über verschiedene andere Themen auch noch, weil nur Bier geht leider nicht. Aber wenn ich jetzt den Biersommelier nicht gemacht hätte und mich da überall weitergebildet hätte, dann hätte ich auch keine Ahnung und dann finde ich es auch blöd, wenn man darüber schreibt, wenn man nicht weiß, über was man da schreibt. Und ja, so habe ich mich halt einfach immer weiterentwickelt, würde ich sagen. Und bin eigentlich für alles, alles zu haben. Also sowohl Tastings, Schulungen, Moderationen, guten Braukurs würde ich jetzt glaube ich nicht geben, aber sonst?
Flo Ja, vielleicht nach dem Spekulatus-Bier kann es ja was werden.
Paul Was heißt, du bist durch Zufall auf das Thema gekommen?
Mareike Also ich wohne ja hier in so einem wunderschönen kleinen Dörfchen Aying, das ist so 25 Kilometer südöstlich von München und bin zwar hier nicht geboren, aber hier aufgewachsen. Also ich wohne hier, seitdem ich nicht mal ein Jahr alt bin. Also kann man schon sagen, dass ich eigentlich eine Bayerin bin. Und ja, das Bier, ihr kennt die Brauerei, die es hier bei mir im Ort auch gibt. Und ich weiß nicht, Bier war schon immer irgendwie da, aber auch bei mir im Freundeskreis, ja, entweder hat man halt helles oder Weißbier getrunken. Ich war immer eher so die Fraktion Weißbier, weil es einfach mehr Geschmack hatte für mich damals, hatte aber natürlich auch überhaupt keine Ahnung, genauso wenig wie die Freunde von mir. Und ja, was hat man in der Jugend getrunken? Es waren eher irgendwie Alkopops oder sowas, Hauptsache es hat geknallt, aber eigentlich war es eher selten Bier, würde ich mal sagen.
Paul Wirkungstrinken. Genau. Ja, das kennt man.
Mareike Aber bei mir war es tatsächlich in der Journalistenschule, dass die zu uns gesagt haben, jeder muss ein eigenes Blog schreiben, damit man eine Schreibroutine bekommt. Dann habe ich lange überlegt, was ich bloggen soll. Dadurch, dass es die Border-Journalistenschule war, wo verschiedene Frauenmagazine auch dazugehören, haben halt viele Mädels über Mode oder über Beauty und sowas gebloggt. Das bin ich halt überhaupt nicht.
Und dann war ich zufällig auf eine Veranstaltung eingeladen, die hieß American Beef and American Beer. Und dann habe ich mir gedacht, dadurch, dass ich auch gerne esse, ja, am Grillen, das kennen sie, die Amerikaner, da gehe ich halt mal hin. Und dann haben die einem, jetzt weiß man es natürlich, das Sierra Nevada Pale Ale in die Hand gedrückt. Und haben aber nicht erst mal was dazu gesagt. Und ich war dann einfach total begeistert, wie das halt schmeckt. Also, weil ich das von Bier, einfach diese Aromatik null kannte. Noch nie zuvor Bier im Mund gehabt habe, was so schmeckt.
Ja, und dann habe ich mir das abfotografiert und habe einfach mal geguckt, woher das kommt und ob es bei uns in Deutschland eigentlich auch sowas gibt. Und das war, wie gesagt, vor so elf Jahren. Braufaktum, der einzige Shop, die auch so ein paar Sachen selber gemacht haben und auch ein paar Sachen importiert haben. Und da habe ich was bestellt und fand es dann total geil. Und habe dann gedacht, ich blogge jetzt einfach über Bier. Und kam dann zurück in die Journalistenschule und habe gesagt, hey Leute, ich blogge jetzt über Bier. Und dann haben mich erst mal alle angeguckt und haben gesagt, jetzt spinnt die Alte irgendwie komplett. Und das auch noch als Frau, wenn wir wieder beim Thema sind, was ihr vorhin eingeleitet habt.
Und dann habe ich mir gedacht, ich habe ein bisschen Brauerei geschrieben, ein bisschen was über den Bierstil geschrieben. Und dann hat es nicht lange gedauert, dass tatsächlich mehrere Pakete vor meiner Tür standen, wo ich mir dachte, okay, was ist jetzt kaputt? Was passiert jetzt? Und dann war in München die Braukunst live. Da bin ich mal hingegangen und dann habe ich erst verstanden, dass irgendwas passiert. Und habe dann mit den Brauern gesprochen. Hier, es war Thorsten Schoppe und Thomas Wachno hier von Hopfenstopfer und so. Die ganzen anfänglichen Craftbrauer. Und da habe ich gedacht, ja gut, es macht Spaß, machst du weiter.
Und dann wurde ich tatsächlich auch schon für Tastings gebucht und konnte aber immer nur sagen, ich bin halt Bierbloggerin und Journalistin. Und das hat einfach irgendwie dann nicht mehr gereicht. Und deswegen habe ich dann diese ganzen anderen Ausbildungen gemacht. Weil wenn man irgendwie einmal anfängt, ich konnte es einfach nicht lassen. Und mehr geht jetzt aktuell nicht.
Außer ich würde jetzt noch einen Brauer machen. Aber das wird, glaube ich, nicht passieren. Wäre aber eine schöne Ergänzung eigentlich. Aber klar, ist halt nochmal komplett eine andere Welt. Ja, mit Tobi brauen, das macht auch super viel Spaß. Ich muss aber gestehen, dass ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin. Und ja, ich meine, seitdem mein Freund jetzt braut, der ist Chemiker. Und der macht das super. Und der fixt sich da auch rein. Und das passt alles. Aber meine Biere, die ich alleine gebraut habe, da waren zwar schon mal irgendwie so zwei, drei dabei, die konnte man trinken. Aber das war jetzt nichts, wo man gesagt hat, okay, das ist jetzt ein Hochgenuss. Da habe ich mir gedacht, gut, ich kaufe mir lieber die Biere. Da weiß ich, was ich habe. Und das passt dann.
Flo Vor allem mit deiner Erfahrung im Gegensatz zu dem einen oder anderen Hobbybrauer. Deine Sensorik, deine Zunge ist da wahrscheinlich auch ein bisschen schärfer unterwegs. Und mit seinen eigenen Bieren ist man ja eh immer super kritisch. Das kenne ich von mir auch.
Mareike Aber das ist auch gut, dass das so ist.
Flo Ja, definitiv. Nur so kommt man weiter. Auf jeden Fall. Aber zu dem ganzen Themenkomplex, das würde mich auch interessieren. Du bist ja DLG-Sachverständige Sensorik [5]. Da kann ich mir, um ehrlich zu sein, jetzt nicht so viel darunter vorstellen. Wie ist da die Überschneidung? Oder ist das ähnlich zu einer Art Bier-Sommelier? Oder ist das irgendwie was anderes am Ende des Tages?
Mareike Das habe ich tatsächlich gemacht, weil das angeboten wurde an der Brau-Uni hier in Weihenstefan bei uns in Freising. Und ich kenne da einige Leute, die haben gesagt, man kann hier diesen Sensorik-Kurs von der DLG machen, ob ich nicht auch Bock hätte, da mitzumachen. Und dann habe ich mir gedacht, ja, wieso eigentlich nicht? Also das habe ich tatsächlich sogar noch vor dem Bier-Sommelier gemacht. Und ich würde jetzt sagen, dass man das nicht vergleichen kann, also eigentlich gar nicht. Sensorisch wird man da halt geschult. Ihr kennt es ja, es gibt so Reinaromen im Bier, sei es jetzt grünes Gras oder Zitrusfrucht oder irgendwie sowas. Da wird man quasi auf diese Aromen so geschult. Und dann gibt es so verschiedene Tests, Dreieckstests zum Beispiel, wo man auch dann einfach drei Proben hat und man muss dann die intensivste rausfinden. Und dann gibt es eine Nullprobe und sowas, dass man quasi so seinen eigenen Schwellenwert auch mal testen kann, ab wann man eigentlich so ein Aroma oder auch ein Fehlaroma quasi wahrnimmt.
Und beim Bier-Sommelier-Kurs, der dauert ja viel, viel länger. Ich glaube, dieser DLG-Kurs hat, glaube ich, drei Tage gedauert, wenn ich mich jetzt nicht irre. Und der Bier-Sommelier, der geht zwei Wochen. Und da hast du ja wirklich Tag, also von morgens bis abends geht es ja nur ums Thema Bier. Also da wird auch Bier gebraut, da geht es um Sensorik, da geht es um Fehlaromen, Food Pairing. Die ganzen Bierstile, verschiedene Bierländer und da ist eigentlich so alles abgedeckt.
Aber ich sage auch ganz ehrlich, auch wenn man diesen Kurs gemacht hat und dann diesen Schein quasi hat, dass man jetzt Bier-Sommelier ist, dann erst geht eigentlich die Aufgabe los, weil dann sollte man sich halt weiterentwickeln. Weil nur diese zwei Wochen diesen Kurs machen, reicht halt nicht. Ja, also man kann dann schon ein Tasting machen und man kennt sich schon aus, aber das ist halt so eine Basis quasi und die muss man sich halt einfach dann weiter erarbeiten, sag ich mal. Immer am Ball bleiben und weiter trainieren quasi.
Was haben wir im Glas?
Paul Immer weiter trinken, genau.
Mareike Ja, immer weiter trinken. Aber das ist ein gutes Stichwort, weil ich habe mir mein Bier noch gar nicht aufgemacht. Das muss ich jetzt mal…
Paul Oh ja, dann…
Mareike Jetzt habt ihr wahrscheinlich schon gehört, ich habe eine Dose. Ich schenke es mal ein. Ach, du sowas, ja. Eigentlich bin ich noch biersatt vom Wochenende, aber… Dann mache ich mir auch mal eins auf.
Flo Ja, dann schießt los, Mareike. Was hast du denn im Glas aus deiner Dose?
Mareike Also ich habe mir jetzt was Leichtes aufgemacht und zwar das Transfusion, das New Style Lager von Yankee und Kraut aus Ingolstadt. Also quasi ein IPL, India Pale Lager, gehopft mit Callista und Perle [6]. Unterjähriges Schankbier und es ist naturtrüb. Goldfarben, schöner weißer Schaum, schön stabil, fein bis mittelporig. Riecht schön kräuterartig, aber auch so ein bisschen fruchtig, so ein bisschen noch Citrus, ein bisschen Grapefruit, ein bisschen Limone vielleicht. Boah, ich muss erstmal einen Schluck nehmen. Also ich sag Prost und nochmal vielen Dank für die Einladung.
Paul Prost!
Mareike Aber so muss es ja sein, wenn man das Bier riecht, dass man einfach Lust hat es zu trinken, oder?
Paul Ja, auf jeden Fall. Das ist schon ein gutes Zeichen.
Mareike Schön erfrischend. Das hat nämlich nur 4,4%.
Paul Perfekt. Dann macht es die Zunge noch nicht so schwer, wenn wir jetzt noch ein paar Fragen abfeuern.
Mareike Eben.
Interview Teil II
Master of Beer
Paul Sehr gut. Also du hast ja dann noch einen drauf gesetzt, du hast es ja am Anfang erwähnt. Ich glaube, den ganzen Begriff kriege ich nicht mit, aber den Master of Beer [7], um es abzukürzen, für mich. Also ich habe das gelesen, ich habe auch schon mal ein bisschen was drüber gelesen. Aber was ist das? Wie läuft sowas ab? Und ich glaube, mich zu erinnern, dass das gar nicht so schnell geht wie zum Beispiel der Sommelier-Kurs.
Mareike Nee. Also ich war bisher die, die es am schnellsten geschafft hat in zwei Jahren. Ich habe das jetzt zwei Jahre gemacht, diesen Master. Du brauchst halt, also es ist quasi noch mal eine Schippe oben auf dem Biersommelier drauf. Also wird auch von Dömens angeboten, in den Griffelschenk, diese Genussakademie, wo man auch ein Biersommelier machen kann. Und da braucht man zwölf Seminare. Dann muss man noch vier Bierpakete bearbeiten. Oder sind die da bei den zwölf mit drin? Nee, ich glaube, die kommen nochmal on top. Weiß ich schon wieder gar nicht mehr. Ja, und dann musst du halt verschiedene Prüfungen machen.
Und du musst tatsächlich auch eine Masterarbeit schreiben, wo ich mir gedacht habe, ich bearbeite mal ein bisschen mein Thema, weil ich auch schon viel darüber geschrieben habe und mich da einfach schon so reingefuchst habe. Und zwar hieß mein Thema, wie die internationale Craft Beer Bewegung den deutschen Biermarkt umgekrempelt hat. Und ja, dann hat man, wie gesagt, eine schriftliche Prüfung. Dann hat man noch eine mündliche Prüfung, eine sensorische Prüfung. Und am Ende des Tages hat man knapp, oder ja, gute 10.000 Euro dafür ausgegeben. Und ja, das muss jetzt erst mal wieder reinkommen.
Paul Okay, dann über Tastings und alles Mögliche, was halt so ansteht.
Mareike Ganz genau.
Paul Wie jetzt zum Beispiel vorgestern Rostock wahrscheinlich. Das ist ja dann so ein Klassiker. Ich habe auf jeden Fall gesehen, du hast passend zu unserem Staffel-Bierstil, du hast tschechisches Bier getrunken.
Mareike Ich habe tschechisches Bier getrunken, genau, weil die Budweiser Budva Brauerei, die hat so ein bisschen diesen Biertag dort auf der Messe gesponsert. Und ich muss aber auch sagen, dass sowohl das helle Lagerbier von denen als auch das dunkle kann man durchaus trinken.
Flo Ja, schöne Biere.
Mareike Ja, also vor allem mit dem schönen Schaum auch immer drauf. Also sie hatten da extra noch Zapfschulungen und sowas, wo man nochmal sehen konnte, wie diese tschechischen Schwenkhähne da funktionieren. Weil sie sind ja auch die einzigen Hähne eigentlich, wo es erlaubt ist, dass man quasi den Hahn richtig schön ins Glas, ins Bier reinhängt. Das ist ja immer in der Gastronomie, wer kennt das nicht? Irgendwo, wo man meint, nein, bitte nicht. Ja, da wird es quasi genau ganz andersrum gemacht.
Paul Aber ja, so ein Schwenkhahn, ich habe eine Firma gefunden, die die auch mal einzeln anbietet für so einen Hobbybrauer wie mich. Aber die sind echt extrem teuer. Also da sprechen wir so über knapp 300 Euro pro Hahn.
Mareike Krass, okay.
Paul Also noch hat es mich nicht geritten, aber es ist immer kurz davor.
Mareike Naja, ob man das jetzt haben muss, ist auch die andere Frage, oder?
Paul Ja gut, aber wenn du bei uns in den Keller guckst, da gibt es ganz viel, was man jetzt nicht unbedingt haben muss.
Mareike Ja, das stimmt allerdings.
Flo Das brauchen wir alles, Paul. Man braucht alles, man braucht alles.
Paul Genau, also spätestens zu Hause musst du das dann auf jeden Fall so verkaufen, dass du das alles brauchst, was da immer kommt.
Mareike Definitiv, aber seid ihr dann auch so, dass ihr dann, wenn ihr merkt, okay, ich habe viel zu viel Bier zu Hause und dann heißt es schon immer von der Familie oder so, ja, dann verschenkt doch mal was. Dass ihr dann denkst, nein, ich kann es nicht verschenken, ich möchte es doch selber probieren. Geht das auch so?
Paul Ja, ja, also wenn man auch noch selber braut. Und dann, Flo, bei dir ist ja nochmal ein Zackenschärfer, sage ich mal, weil du hast ja auch noch ganz, ganz viele Biere, die lagern dürfen und sollen und die man vielleicht auch zu späteren Zeitpunkten nochmal vergleichen will. Aber ja, wenn man auch noch selber braut, dann kriegt man noch was zugeschickt, vielleicht auch über den Blog oder jetzt über den Podcast und kauft sich dann noch was. Da staut sich dann immer schon so ein bisschen was an, aber man will es dann auch immer nicht rausrücken.
Flo Das kenne ich, ja, definitiv. Ja, da kann ich zu dem Thema noch was sagen. Ich glaube, das habe ich im Podcast noch nicht erwähnt. Wenn nicht, hör das das zweite Mal. Vor zwei Jahren grob, wo mein Sohn geboren worden ist, da habe ich vorher eine starke Weiße eingebraut, also Berliner Style. Habe die in Steingutflaschen, also in Krucken abgefüllt und versiegelt. Wollte die eigentlich irgendwo im Garten vergraben, das ist noch nicht geschehen. Aber da freue ich mich schon drauf, mit 16 oder so.
Mareike Da denken dann die Nachbarn, was macht denn der jetzt?
Flo Genau, genau.
Paul Und wie viel, also was willst du da so vergraben, in Litern oder waren das nur ein paar Flaschen einfach?
Flo Das sind 10 Liter, also genau. 10 Liter Flaschen. Bin ich mal gespannt, wie das Ding dann schmeckt. Bislang kann ich mich zurückhalten.
Paul Er hat ja fast keine andere Chance, als auch irgendwie bieraffin zu werden. Da führt ja fast kein Weg dran vorbei.
Flo Unser Nachwuchs hat da keine Chance, das glaube ich auch.
Mareike Wer nennt die Eltern, die Kinder zum Alkoholkonsum nötigen? Guck mal, ich habe da was für dich gebraut vor 18 Jahren. Genau, das wird jetzt getrunken.
Mareikes Buch: Bier Unser
Paul Sehr cool. Ja, also Mareike, wenn man das alles so hört, dein Tag hat auch schon 24 Stunden, so wie unserer. Also das ist ja wirklich Hut ab, was da alles dabei ist. Und dann hat es der Flo ja auch schon angerissen. Schreibst du auch noch einfach ein Buch? [8]
Mareike Naja, so einfach war es gar nicht.
Paul Ja, genau, das ist genau das. Also klar ist das irgendwie ein logischer Schritt, wenn man viel bloggt und schreibt über Bier und erzählt. Was hat dich dazu konkret bewogen? Und erzähl doch mal ganz kurz, um was es in dem Buch geht.
Mareike Also tatsächlich wollte ich schon länger irgendwie mal ein Buch schreiben. Also es war schon immer so mein Traum, mein Ziel eigentlich. Aber wie gesagt, wenn man selbstständig ist, man hat halt einfach keine Zeit. Das muss man schon ganz ehrlich sagen. Oder dann, wenn man halt Zeit hat, dann hat man auch einfach mal keinen Bock, weil dann will man auch einfach mal seine Ruhe haben.
Und dann kam tatsächlich der Verlag auf mich zu und hat mich gefragt, ob wir was zusammen machen wollen. Und dann habe ich die halt gefragt, was die sich vorstellen. Und dann haben die gesagt, sie haben halt so eine Serie an Büchern, wo immer 20 Porträts drin vorkommen. Und dann noch ein bisschen Serviceteil mit dabei ist und bestenfalls Rezepte. Und dann habe ich mir gedacht, okay, da kann man sicherlich irgendwas Cooles machen.
Und dann hatte ich da eigentlich freie Hand. Dann konnte ich mir quasi 20 Porträts von Brauereien aussuchen, was natürlich superschwer war. Weil ganz ehrlich, in der Branche, in der wir uns befinden, wie viele geile Brauereien gibt es da bitte? Und wie viele coole Geschichten kann man da erzählen von den Personen? Da eine Entscheidung zu treffen, das war echt schwer. Also ich habe da Zettel angefangen und da Leute drauf geschrieben, Brauereien drauf geschrieben. Da habe ich gesagt, okay, Mist, das sind schon wieder viel, viel mehr als 20. Aber ich musste mich ja darauf leider reduzieren.
Und dann habe ich dann gedacht, dadurch, dass das Buch kein Nerd-Buch ist, also bewusst auch kein Nerd-Buch ist, sondern eher Lifestyle-Buch quasi sein soll, dass vielleicht auch Leute im Buchhandel zugreifen, die einfach sehen, okay, Bier finde ich spannend und gucken dann mal rein und sehen, da sind ja auch nette Bilder drin, da sind Rezepte drin. Da kann ich ein bisschen was lernen, kann ein bisschen was mitnehmen. Aber wie gesagt, kein Nerd-Buch. Ich habe auch bei Amazon, ist eine Bewertung, da steht, das ist ja gar kein Hobbybrauerbuch. Deswegen habe ich, glaube ich, nur einen Stern bekommen. Ja, es hat auch nie irgendjemand gesagt, dass es ein Hobbybrauerbuch ist, aber okay.
Und ja, so nahm das dann alles tatsächlich seinen Lauf. Und der Verlag hat dann gesagt, sie publizieren entweder im Herbst oder im Frühjahr. Und dann habe ich mir gedacht, okay, also ich habe den Vertrag dann im Juni vergangenen Jahres unterschrieben und habe mir gedacht, gut, weil wenn ich was mache, dann will ich es eigentlich immer gleich. Und habe gesagt, gut, ich setze mich hin, das passt, ich schaffe das im Herbst. Und habe dann, wie gesagt, Juni unterschrieben und musste Anfang September alles abgeben. Wow, okay.
Ja, hatte auch eigentlich noch die Brauerei Flügge als Porträt mitgeplant. Das lief dann auch, das Porträt war auch fertig und dann ging es an den Fototermin. Und dann ruft Dominik mich an und hat gesagt, Mareike, ich muss dir jetzt leider vorab schon sagen, es ist noch nicht offiziell, wir machen das erst zu Ende des Jahres offiziell, aber wir werden leider schließen. Deswegen, hinten ist auch eine Liste drin mit so 50 Brauereien, die man noch kennen sollte. Es war mir einfach wichtig, dass sich da noch ein paar andere irgendwie unterbringen, weil 20 sind echt wenig. Und ja, da stehen jetzt auch irgendwie zwei, drei, glaube ich, drin, die es inzwischen leider gar nicht mehr gibt. Aber gut, weil das Buch kam ja dann erst dieses Jahr im März raus und ein halbes Jahr, da ist echt viel passiert.
Und sonst in dem Buch, ja, es sind 20 Porträts. Ich habe dann mich entschieden, eine Mischung zu finden aus traditionellen Brauereien, verrückten Brauereien und kreativen Brauereien. Deswegen ist zum Beispiel auch eine Staatsbrauerei Weihnstephan mit dabei. Aber mir war immer wichtig, dass jede Brauerei eine coole Geschichte zu erzählen hat. Weil was die wenigsten wahrscheinlich wissen, ist, dass die Staatsbrauerei Weihenstephan ja die älteste Brauerei der Welt ist, aber dass die auch tatsächlich Kollabs im Ausland machen mit Pohjala zum Beispiel. Oder jetzt haben sie gerade ein Festbier gemacht mit Jack Abby aus den USA. Und das ist einfach wahnsinnig spannend. Und dann, klar, muss da irgendwie ein Orca-Brau rein, weil der Phoenix einfach derjenige ist, der ständig Biere außerhalb des Reinheitsgebot braut und eigentlich im Herzen von Bayern sitzt. Also quasi da, fast da, wo das Reinheitsgebot ins Leben gerufen wurde. Und ja, ich glaube, das ist eine ganz, ganz schöne Mischung geworden. Aber wie gesagt, ich hätte natürlich auch noch gerne viel, viel mehr mit reingebracht.
Paul Ja, cool. Also mega spannend. Das glaube ich, dass das nicht leicht war, da eine Auswahl zu treffen.
Mareike Nee, echt nicht. Als du das jetzt auch gerade erzählt hast, habe ich mir auch gedacht, da fällt einem sofort so ein Haufen ein und dann kann man wahrscheinlich erstmal wieder durchstreichen. Oder muss durchstreichen.
Paul Ja, leider.- Ja, krass. Aber ein cooles Buch geworden. Ich durfte auch schon reingucken.
Mareike Dankeschön.
Paul Sehr, sehr schön.
Mareike Ja, was halt cool ist, ist, dass die Brauereien auch ihre Kessel geöffnet haben und ja auch ein paar Rezepte tatsächlich zum Nachbrauen im 20-Liter-Stil rausgegeben haben, was wir veröffentlichen durften, für die, die jetzt zuhören und vielleicht mal Bock haben, sowas nachzubrauen, was die machen. Und ja, sonst ist natürlich schon eine kurze Anleitung, wie braut man Bier. Aber das ist jetzt, wenn man die Anleitung befolgt, dann ist jetzt keine perfekte Anleitung klar, wie man jetzt Bier braut. Also ein Überblick, bisschen Rohstoffe, bisschen Bierstile, bisschen Stammwissen. Also ich glaube, es ist eine ganz gute und schöne Mischung geworden. Wie gesagt, aber kein Nerdbuch, sondern eher ein Lifestyle-Buch. Wie sieht es eigentlich in eurem Glas aus?
Was haben wir im Glas
Paul Okay, dann trinken wir jetzt was, oder?
Flo Wir trinken jetzt was, das ist eine gute Idee, aber dann muss ich nochmal zum Kühlschrank.
Paul Ja, also dann ab zum Kühlschrank, Flo. Hat er das Imperial-Stout jetzt getrunken? Nicht schlecht.
Mareike Ist echt nicht schlecht. Das Bier, was er jetzt trinkt, das muss er ja noch toppen.
Flo Da könnt ihr auch gespannt sein. Hatte ich schon mal im Podcast erwähnt von Equilibrium von USA. Austin heißt das gute Stück, ist ein Mixed Fermentation Farmhouse Ale. [9]
Paul Aber hat jetzt nicht so viele Umdrehungen wie das Imperial-Stout, was du anfangs im Glas hattest.
Mareike Aber das ist okay, das sollte ja schön spritzig sein. Das räumt dann die Zunge wieder frei und dann geht es schon.
Flo Das war die Idee, genau.
Mareike Bisschen sauer, säuerlich, bisschen viel Kohlensäure zwischendurch. Das ist immer gut, wenn man so starke Sachen trinkt, finde ich.
Flo Dann ist das echt perfekt. Richtig prominent in der Zitrus-Ecke auch so ein bisschen Zeste. Sehr hochkarbonisiert, wie man es von einem Saison kennt. Auch im Glas echt richtig sexy. Hellgelb, feinporriger Schaum, der sich auch gut hält. Richtig nettes Bier. Habe ich gut ausgesucht.
Mareike Dann lass es dir mal schmecken.
Flo Und nur fürs Protokoll, mein Stout ist noch nicht leer. Das ist noch halb voll, das habe ich mir ganz eingeschenkt. Das lasse ich jetzt ein bisschen wärmer werden, dass ich das dann zum Ende trinken kann. Dann schließt sich der Kreis. Aber Paul, was hast du eigentlich im Glas?
Paul Ach so, ja, ich habe auch was im Glas. Keine Angst, ich trinke mit. Ich bin jetzt beim Spirit Helper angekommen. Das ist ein Double Dry Hopped Hazy Pale Ale. Ein Collab-Sud von Fürst Wiacek und Maisel & Friends [10]. Das war das Bier für die Berlin Beer Week.
Interview Teil III
Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers
Paul Dann machen wir weiter. Und zwar haben wir ja angesprochen, dass du … Warte mal. Jetzt habe ich gerade einen Hänger. Flo, wo sind wir denn? Das Bier hier links und rechts.
Flo Ist wahrscheinlich doch ein bisschen stärker.
Paul Das kann an dieser 3 Viertel Flasche Saison liegen, die ich da vorgetrunken habe. Die habe ich jetzt unterschlagen.
Flo Saison ist auf jeden Fall gut, aber kein Problem. Deswegen machen wir das ja zu zweit. Die Mareike ist ja in der Bierwelt bekannt. Auch bei so Themen wie Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers [11]. Was uns da interessieren würde, Mareike, Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers, für die, die nicht so im Game drin sind. Wie muss man sich so etwas vorstellen? Wie läuft so etwas ab? Muss man da in der Vorbereitung schon irgendwelche Voraussetzungen mitbringen, oder darf da jeder Biersommelier mitmachen? Wie viele Teilnehmer gibt es da?
Mareike Bei der Deutschen Meisterschaft der Biersommeliers kann sich eigentlich jeder Biersommelier, der bei Dömens den Biersommelier gemacht hat, anmelden. Und dann ist Tag X. Man weiß ja nicht, was einen wirklich erwartet. Man weiß nur, dass man eine Blindverkostung hat, wo man 10 Biere blind erkennen muss. Man muss 10 Fehler oben blind erkennen und man muss einen Multiple-Choice-Test machen. Das ist quasi die Vorrunde. Und aus diesen Vorrunden werden dann die 10 Besten ausgewählt. Und die 10 Besten sind automatisch mit in der Weltmeisterschaft. Die haben sich automatisch qualifiziert für die Weltmeisterschaft. Wie viele Leute machen da mit? Ich weiß gar nicht, wie viele waren das bei der Deutschen Meisterschaft. Ich glaube, es waren so um die 50. Und es ist halt schon verdammt schwer, einfach Bier blind zu erkennen. Vor allem, wenn es deutsche Bierstile sind und man die alle nebeneinander stehen hat. Helles, Pils, Export, Heller Bock. Was ist noch hell? Kölsch. Das ist unglaublich schwer. Allein beim Üben habe ich dieses Scheiß-Kölsch-Stil. Aber Kölsch, Pilz und Helles in der Blindverkostung auseinanderzuhalten, ist so unglaublich schwer. Jetzt sagen wahrscheinlich alle, Pilz ist ja bitterer als ein Helles und ein Kölsch. Das schmeckt halt so und so. Aber wenn du das wirklich blind vor dir hast und es sieht einfach komplett gleich aus, dann ist es unglaublich schwer. Ich habe mir dann irgendwann gemerkt beim Kölsch, da bei uns hier in Bayern kriegst du halt kein frisches Kölsch. Und es war halt immer oxidiert. Wo wusste jemand, dass was oxidiert? Ich glaube, das ist auch verdammt schwer. Teilweise, wenn man einen hohen Schwellenwert hat und man halt gar nichts in der Probe riecht, weil man eben da nicht so sensibel drauf ist. Und mal so 10 Stück zu erkennen, ist schon auch nicht ohne. Und beim Multiple-Choice-Test, da geht es halt so grundsätzlich um das Thema Sensorik, Brauen und Rohstoffe und sowas.
Flo Also wird schon eine große Bandbreite, was du gesagt hast, ich habe sowas auch schon gemacht. Und gerade bei den deutschen Bierstilen, die Übergänge sind einfach fließend. Ich meine, es ist ja nicht jedes Kölsch gleich. Nicht jedes Pils, nicht jedes Helle ist gleich. Hat ja jeder Bierstil für sich eine Bandbreite. Und das dann noch blind. Ich habe mich da auch schwer getan, beziehungsweise meine Trefferquote, um es anders zu formulieren, das kann ich schon nachvollziehen. Und wer das dann packt und da die Runde weiterkommt, klingt spannend und herausfordernd auf jeden Fall.
Mareike Ja, ist es auch tatsächlich. Und bei den 10 Besten war es bei der Deutschen Meisterschaft dann so, dass es dann eine K.O.-Runde gab. Das heißt, es sind immer zwei gegeneinander angetreten und mussten wieder ein Bier blind erkennen, mussten das beschreiben und bestenfalls sagen, aus welcher Brauerei oder aus welchem Land das kommt. Ich meine, das ist schon alles nicht ohne.
Paul Das ist schon tatsächlich echt krass. Und man kann es ja jetzt auch mal sagen, 2021, du hast den dritten Platz gemacht.
Mareike Ja, vielen Dank. Ich habe den dritten Platz gemacht. Unglaublich. Wahnsinn. Echt richtig cool.
Paul Und dann hast du quasi in der K.O.-Runde gesagt, das ist das Bier oder das ist der Stil und hast dann mehr Punkte gesammelt als der andere. Und dann bist du quasi zum Nächsten gegangen. Wie kann man sich das vorstellen?
Mareike Man hat Nummern gezogen oder es wurde, glaube ich, Zahlen ausgeteilt oder ich weiß es nicht mehr genau. Jedenfalls wurde man irgendjemandem zugeordnet. Und lustig ist ja, dass ich mit dem Max Mahner, wir haben ja oft Live-Tastings, Blind-Tastings online gemacht zum Üben, wo Leute auch mitmachen konnten. Und tatsächlich mussten wir beide dann gegeneinander antreten in der K.O.-Runde. Das haben wir am Anfang gar nicht gecheckt. Und dann irgendwann so, okay, wir beide müssen ja gegeneinander antreten. Und eigentlich ist der Max weitergekommen. Das war sehr, sehr interessant, weil wir hatten einen Triple und wir hatten einen Belgian Strong Ale. Ich weiß nicht mehr, wer was hatte. Ich hatte, glaube ich, das Belgian Strong Ale und habe gesagt, das ist ein Triple. Und der Max hatte das Triple und das war das von … Was war es? Ich weiß es nicht mehr genau. Aber er kannte das Bier, weil er es 2 Tage vorher noch getrunken hat und konnte genau sagen, dass es dieses Bier ist. Also bin ich eigentlich rausgeflogen, aber da 6 Leute immer im Finale sind und es gibt einen sogenannten Lucky Loser und die durften abstimmen, wer das am besten gemacht hat von denen, die eigentlich rausgeflogen sind. Und dabei habe dann ich gewonnen und deswegen bin ich ins Finale gekommen. Ja, manchmal braucht man auch so ein bisschen Glück. Ja, und ich meine, so schlecht kann es ja nicht gewesen sein, dass ich dann zumindest Dritte geworden bin.
Paul Aber ist das Finale dann noch mal … Also musst du da auch noch mal ran?
Mareike Da musst du auch noch mal ran, genau. Du kriegst eine Nummer. Nein, eine Nummer kriegst du nicht, sondern du kommst auf die Bühne und da steht ein Bier zugedeckt und dann läuft die Zeit und dann darfst du das Bier aufdecken. Nein, ich glaube, du hast doch eine Nummer. Und dann hast du so ein zugewiesenes Bier, was du aber erst weißt, was es ist, wenn du auf der Bühne bist und die Zeit abläuft. Du hast dann 5 Minuten Zeit, das Bier aufzudecken und dann einzuschenken und zu beschreiben und dann hast du eine Präsentation, die man da quasi abliefert. Und ich hatte von Schneider-Weiße ein Tab X, was schon mehrere Jahre alt war und ich habe die Flasche aufgemacht und die hat halt geguscht ohne Ende. Der ganze Boden war voll, ich war voll und ich habe dann halt gesagt, okay, ich schenke jetzt mal ein bisschen ins Glas ein, bevor ich nichts mehr kriege. Das war halt auch schon ein bisschen Shit happens.
Weltmeisterschaft der Biersommeliers
Paul Und mit dem dritten Platz stand dann fest, dass du unter die Top 10 gekommen bist. Damit stand dann auch fest, dass du dich für die Weltmeisterschaft qualifiziert hast, oder [12]? Und die hast du dann ein Jahr später angetreten.
Mareike Genau. Genau, da haben wir wieder viel geübt und viel trainiert. Und Weltmeisterschaft, klar, da geht es dann auch um internationale Bierstile, nicht nur deutsche. Und das ist natürlich dann nochmal schwieriger, da zu trainieren. Und dann habe ich dann auch mal gesucht, für die klassischen Bierstile, was sind da irgendwie die typischen Vertreter und habe mir die dann in mehrfacher Ausführung gekauft und habe dann immer irgendjemanden mir die Biere einschenken lassen und habe dann einfach immer wieder mal fünf Biere hiervon gehabt und immer wieder halt einfach geübt und dann versucht, auch zu verinnerlichen, okay, was kennzeichnet jetzt genau in der Sensorik und auch in der Optik diesen Bierstil, dass man dann vielleicht so einen Bieter-Erkennungswert einfach hat. Wenn man jetzt ein Pale Ale und ein IPA nebeneinander stehen hat, kommt es halt auch darauf an, wie sind die beiden gehopft. Das kannst du halt auch mal extrem leicht verwechseln in der Blindverkostung. Gerade bei so einer Weltmeisterschaft werden da auch, ich sage es einfach mal, fiese Bierstile rausgezogen, die vielleicht nicht jedem so unglaublich vertraut sind und man kommt da gar nicht so richtig dran. Wir hatten ein Cream Ale.
Paul Sehr schön.
Mareike Und wir hatten ein alkoholfreies Stout. Das war aber tatsächlich das von Oli Weseloh von Kehrwieder, das Roadrunner. Das konnten, glaube ich, viele auch nicht zuordnen, also internationale Mitglieder, die dabei waren.
Paul Das ist ja echt tricky. Krass.
Mareike Ja, ich meine, die machen es einem nicht einfach, aber grundsätzlich ist es auch nicht einfach. Wer hat schon mal ein Cream Ale getrunken?
Flo Der Paul einmal.
Paul Deswegen, da sprichst du was an. Mich hat das irgendwann gepackt. Ich weiß gar nicht mehr, wann, das war so vor ein, zwei Jahren. Seitdem habe ich auch schon einige gebraut und auch schon einige Varianten davon gebraut und auch schon mitgebracht bekommen. Zum Beispiel von Jan Brückelmeier. Ich habe zwei oder drei Stück mal mitgebracht. Das war wirklich spannend, die mal von den großen Brauereien zu trinken. Weil das, was du hier trinkst, da hast du recht, ist vielleicht ein Hobbybrauerbier mit einem Rezept, was irgendwo aus einem Ami-Forum kommt. Ansonsten kriegst du das halt gar nicht. Das wird so nicht gemacht. Das stimmt. Aber witzig, dass das halt drankam.
Mareike Du musst dann auch so einen Multiple-Choice-Test machen und dann auch zehn Fehler rumerkennen. Dann gibt es aber keine Zwischenrunde, sondern dann werden gleich die Finalisten bekannt gegeben. Wir waren dann zu sechs im Finale. Es war dann auch, dass man eine Nummer ziehen musste und dann saß man in so einem Kammerl und musste warten, bis man drankommt. Es waren 1-6 die Nummern und ich hatte, glaube ich, 4. Dann kommt es natürlich auch wieder drauf an. Was hast du jetzt da für ein Bier unter der Haube? Dann hatte ich von Ancor Brewing das California Common. Wer kann was zum California Common sagen?
Paul Ja, genau so ein Bierstil.
Mareike Ich wusste es zum Glück, weil ich das Thema ein paar Tage vorher hatte und ich war auch schon mal in der Brauerei. Deswegen konnte ich da so ein bisschen was erzählen. Wenn du ein Bierstil hast, mit dem du nichts anfangen kannst oder mit dem man sich vor allem bei uns in Deutschland gar nicht beschäftigt, kannst du auch echt ein Problem haben. Absolut.
Paul Aber du warst dann die einzige Frau im Finale. Das kann man ja so noch mal festhalten. Aber spiegelt das auch den Frauenanteil wieder? Ist das so krass?
Mareike Es waren schon bei der Deutschen Meisterschaft und der Weltmeisterschaft einige Frauen dabei. Der Anteil ist immer noch gering, das stimmt auf jeden Fall. Es ist schon immer noch eine Männerdomäne. Aber ihr habt es ja auch am Anfang wieder gesagt, es ist gerade so ein bisschen back to the roots, also dass die Frauen wieder zurückkommen zum Bier. Das finde ich auch eine sehr schöne Sache, weil es ist ja tatsächlich auch erwiesen, dass Frauen eine bessere Sensorik haben als Männer.
Flo Absolut. Wenn ich im Braukeller nicht weiter weiß, dann verlasse ich die wenigen Augenblicke in meinem Leben, wo ich freiwillig den Braukeller verlasse, weil dann muss ich meine Frau probieren lassen. Die kann mir dann sagen, ob Daumen nach oben oder nach unten. Sehr gut.
Mareike Es kommt ja am meisten immer auf den Geschmack an, schmeckt es einem oder schmeckt es einem nicht. Und Sensorik ist ja sowieso super individuell in der Frage des Trainings.
Flo Da sprichst du etwas Gutes an mit dem Training. Du hast ja auch gesagt, dass du dich da vorbereitet hast. Bereitest du dich dann da quasi unter Wettbewerbsbedingungen, auch mit Blindverkostungen immer vor? Oder gibt es da noch andere Tipps und Tricks, die du uns vielleicht mitgeben könntest?
Mareike Ich habe das wirklich immer unter Wettbewerbskonditionen gemacht. Blind einfach. Ich habe mir dann ein paar Biere hingestellt. Ich habe dann für mich analysiert und geguckt und überlegt, was das für ein Bier sein könnte. Wir haben es dann natürlich aufgedeckt, damit ich auch weiß, was was war. Manchmal denkst du dir, jetzt lag ich komplett daneben. Das gibt es doch nicht. Und beim nächsten Mal warst du dann plötzlich total gut. Und dann musst du gucken, wie kann ich mir das jetzt merken, wenn man das dann verinnerlicht hat. Aber wenn mir jetzt jemand hier die Biere alle hinstellen würde, blind, man muss halt immer wieder üben. Das ist wirklich schlimm. Ich würde sagen, man verlernt das wieder. Aber man muss es immer wieder üben und trainieren, wenn man da wirklich auf einem hohen Level bleiben will.
Flo Krass. Ich habe gehört, das ist ein harter Job, aber es löst immer so einen gewissen Neid aus, wenn man dir oder auch anderen zuhört.
Paul Markus Raupach oder auch dir, Flo, zum Teil, wenn ihr dann immer so unterwegs seid und müsst dann so viele Biere trinken, verkosten und seid dann auf verschiedenen Events unterwegs.
Mareike Das ist schon immer cool. Aber natürlich weiß man auch, das ist auch anstrengend nach einer gewissen Zeit. Ich glaube, es macht natürlich auch Riesenspaß. Mir persönlich macht es unglaublich viel Spaß. Deswegen freue ich mich auch immer, wenn ich wieder zu einem Bierwettbewerb in die Jury eingeladen bin. Weil es einfach unglaublich Spaß macht. Meine Freunde sagen dann zwar auch immer, gehst du wieder zum Saufen? Klar verkostet man dann an einem Tag um die 50 Biere. Aber es ist wirklich harte Arbeit. Man muss sich wahnsinnig konzentrieren und zwischendurch super viel Wasser trinken, um zu neutralisieren. Und einfach volle Konzentration darauf haben, dass man dem letzten Bier die gleiche Aufmerksamkeit schenkt wie auch dem ersten Bier. Das ist dann wirklich die Sache, da muss man sich einfach darauf spezialisieren und fokussieren und expertisieren, sage ich mal.
Bierwettbewerbe
Flo Gibt es einen Bierwettbewerb, national oder international, wo du dich ganz besonders freust, wenn du eingeladen wirst, weil das einfach so ein Highlight ist für dich?
Mareike Boah, eigentlich hat jeder Wettbewerb irgendwie so etwas Eigenes zu bieten. Das kann man eigentlich so gar nicht sagen. Mein Ziel und mein Traum war es eigentlich immer, beim World Beer Cup in den USA mit zuverkosten [13]. Weil es ist ja mit der Welt der größte und der wichtigste Bierwettbewerb. Und jetzt war es ja dieses Jahr endlich so weit, dass ich mit dabei sein durfte. Das war in Nashville, allein das war schon ziemlich cool. Aber leider muss ich sagen, dass ich am Ende des Tages total enttäuscht war, weil man auch aus Plastikbechern verkostet hat. Oh, okay. Nicht, dass ich jetzt total der Öko-Freak oder sowas wäre, aber wenn man sich das mal zusammenrechnet, 30 Tische mit jeweils 6 Juroren oder so sitzen und der Award geht drei Tage, und man sich dann das mal zusammenrechnet, wie viele Plastikbecher da einfach pro Tag weggeworfen werden. Das ist schon echt krass.
Paul Ja, einmal das und dann ja auch die Aromen, die vielleicht gar nicht so zur Geltung kommen. Wenn man sich die nationalen Hobbybrauwettbewerbe anguckt, dann wird das ja auch aus entsprechenden Gläsern verkostet.
Mareike Ich bin ein bisschen enttäuscht, muss ich sagen.
Flo Also waren das normale, zylindrische Plastikbecher?
Mareike Ja, so etwas kleinere, etwas bauchigere. Okay. Aber ich freue mich auch immer, wenn ich sonst im Ausland eingeladen bin, wie jetzt z.B. in Brasilien. Oder ich war dieses Jahr auch in Südafrika beim African Beer Cup. Wenn man dann quasi so eigene Bierstile aus den Ländern verkosten kann, das finde ich immer super spannend. Ich habe mal ein Bier getrunken, das heißt Catharina Sour [14], was ja so auf der Basis von der Berliner Weiße ist, aber gebraut dann mit regionalen Früchten aus Brasilien. Wo du dann die Namen liest von den Früchten und dir denkst, oh fuck, was ist denn das jetzt wieder für eine Frucht? Und dann musst du halt erst mal mit den Brasilianern sprechen und erst mal fragen, okay, was ist das für eine Frucht? Was hat die für einen Aroma, damit du das Bier überhaupt bewerten kannst?
Paul Flo, das erinnert mich daran, wenn du ein Bier mitbringst. Da muss ich vorher erst mal googlen, was das für eine Frucht ist.
Flo Ich hatte auch schon brasilianische. Feioja zum Beispiel, das ist auch beliebt im Catharina Sour. Aber da kommt man schwer dran. Das eröffnet nochmal ganz neue Möglichkeiten. Da haben die Brasilianer echt mit ihren 20 Mangosorten, 20 Maracujasorten und Co. Das ist halt schon grandios, dass man da ein Bier zaubern kann.
Mareike Was ich auch spannend fand in Südafrika, weil die haben dort unten ja eigenen Hopfen. Dann hatten wir Kategorie IPA und dann schmeckt jedes Bier von denen hat immer so einen Mentholgeschmack [15]. Nach Pfefferminze oder Menthol oder Zitronengras oder sowas. Dann denkst du dir die ganze Zeit, okay, das ist eigentlich out of style, weil es heißt American IPA. Und da muss ja wirklich hier schöne Fruchtbomben tropisch und exotisch sein. Und dann schmeckt es nach Menthol. Und dass die amerikanischen Hopfen alle so einen Mentholaroma mit drin haben. Krass, okay. Das fand ich auch super spannend, das habe ich nämlich gar nicht gewusst. Und dann haben wir denen auch mal ans Herz gelegt, ob sie nicht einfach eine eigene Kategorie mit African IPA machen. Weil klar, du musst ja meistens nach den Bierstilen direkt verkosten. Und wenn es dann heißt American IPA und es schmeckt nach Menthol, nach Minze oder sowas, dann musst du es einfach rausschmeißen, weil das Aroma im klassischen American IPA nicht drin ist. Und sowas ist eigentlich das, was so ausmacht.
Flo Sehr cool, das sind super spannende Hopfen. Das ist wahrscheinlich schon fünf Jahre her. Da gab es bei Hopfen der Welt, auch für Hobbybrauer zugänglich, zwei, drei südafrikanische Hopfensorten. Deswegen kenne ich die Aromatik, die du gerade beschrieben hast. Weil ich war da auch ein bisschen enttäuscht, als ich da irgendwie gehypt auch ein Pale Ale oder Pale Ales da mitgebraut habe. Und habe da auch eher von der Aromaintensität das erfahren, was eben die Ami-Hopfen oder die Neuseeländer bringen können. Aber es ist irgendwie ein bisschen anders. Und auch von der Aromatik anders. Von daher, ich glaube, da sollten Sie sich echt überlegen, so einen lokalen eigenen Hopfen vor Ort Bierstil ins Leben zu rufen. Das macht, glaube ich, allen das Leben leichter.
Mareike Ja, dann ist es aber auch total spannend. Das Aroma war ja nicht schlecht, aber es hat in dem Fall nicht reingehört.
Paul Wir als Hobbybrauer, Flo und ich, würden uns natürlich auch noch dafür interessieren, hast du auch schon Hobbybrauer-Wettbewerbe begleitet? Warst du da auch schon in der Jury? Oder wäre das was für dich?
Mareike Auf jeden Fall. Ich finde es super spannend. Ich glaube, es war sogar der erste Hobbybrauer-Award in Deutschland, den die Camba [16] damals in Gundelfingen. Ganz weit draußen, richtig. Die haben 2-3 Mal diesen Hobbybrauer-Wettbewerb gemacht. Ich weiß jetzt nicht mehr in welchem Jahr das war, aber das ist schon ewig her.
Paul Das ist schon ein bisschen her, ja.
Mareike Und das fand ich total cool. Dann bin ich ja auch in der Jury von der Best Brew Challenge von Bestmalz. Das ist ja halb kommerziell, halb Hobbybrauer. Und was auch spannend ist, dass in Österreich die Austrian Beer Challenge, da können auch kommerzielle Brauereien einreichen und auch Hobbybrauer. Und du hast dann teilweise am Anfang in den Vorrunden Flights, wo du nicht weißt, ob das Hobbybrauer-Biere sind oder kommerzielle Biere. Das finde ich eigentlich sehr spannend, diese Mischung. Weil die Hobbybrauer halt so exzellente Biere kreieren können. Und das ist einfach geil. Das macht einfach Spaß. Definitiv.
Flo Da muss man eigentlich fast den Holger Hahn zitieren. Das beste Bier, was ich je getrunken habe, war ein Hobbybrauer-Bier. Aber leider auch das schlechteste. Also die Bandbreite ist da groß. Aber ich glaube, kein Hobbybrauer braucht sich verstecken. Man kann zu Hause echt beeindruckende Biere produzieren.
Mareike Und ich glaube, den einen oder anderen Biersommelier da ein bisschen nochmal begeistern. Ja, total. Weil auch die Hobbybrauer, die trauen sich ja was auszuprobieren. Deswegen, das ist halt das, was es auch so ein bisschen ausmacht, finde ich.
Paul Wir trauen uns halt viel mehr. Weil es auch bei uns einfach keine Grenzen gibt. Bzw. du musst halt nix anmelden.
Mareike Kein heiliges Gesetz.
Paul Genau. Umschreiben wir es mal so. Du brauchst keine Genehmigung einholen für irgendwas. Sondern du kannst halt einfach ausprobieren. Das ist auch das, was mir so Spaß macht an dem Hobby. Wenn ich das auch vergleiche. Flo, dir geht es sicherlich auch so. Ich denke mir dann immer wieder, nee, mir macht das eigentlich so Spaß. Ich kann machen, was ich will. Und wenn es mal nix wird, dann wird es halt mal nix. Bin darauf nicht angewiesen, dass das irgendwie verkauft wird. Oder zu einem Wettbewerb eingereicht werden soll.
Flo Das stimmt. Aber in schwachen Momenten, darf man trotzdem noch träumen.
Paul Ja. Flo, du musst doch nur spezielle Wettbewerbe gewinnen. Und dann darfst du das Ding doch in groß brauen. Das ist doch schon mal nicht schlecht.
Flo Das stimmt. Schon verstanden. Ich freue mich auf dein Bier.
Mareikes Zukunftsaussichten
Paul Mareike, wenn du so an die Craft- oder Bier-Zukunft in Deutschland denkst. Erst mal vielleicht zu dir. Hast du Pläne für die Zukunft? Stehen da gewisse Projekte, über die du vielleicht sprechen darfst? Weitere Bücher? Wie siehst du die Entwicklung nach oder mit Corona? Was das Craft-Bier in Deutschland angeht. Ein bisschen weiter gedacht.
Mareike Aktuell habe ich keine großartigen Pläne. Für mich persönlich. Ich bin aktuell nicht ganz zufrieden mit dem Buch. Bestimmt wird da noch mal eines kommen. Ideen gibt es genug. Die ich ja schon vor dem Buch hatte. Was das für eine Richtung sein soll, verrate ich aber noch nicht. Man weiß ja nie, wer zuhört. Aber sonst ist meine Intention, der Szene zu helfen und zu unterstützen. Medial und in großen Medien über das Thema zu sprechen. Ich weiß es, wie schwierig es ist, in die großen Medien das Thema Bier rein zubekommen. Es interessiert leider niemanden. Außer die Brauerei XY schaltet eine Anzeige. Dann kann man auch mal eine Geschichte machen. Das ist leider so. Es ist traurig, aber wahr. Aber das ist meine Intention, die Szene weiter zu unterstützen.
Ich werde da auf jeden Fall auch aktiv bleiben. Wie sehe ich die Craft-Bier-Szene in den nächsten Jahren? Das war ja schon so, dass es dieser Boom war. Jetzt zeige ich hier mit der Hand schon. Dass es total nach oben ging. Dann war es so, dass es horizontal gegangen ist. Dann kam Corona. Jetzt ist es wieder horizontal, leicht steigend nach oben. Ich bin der Meinung, dass der Begriff Craft immer noch ein bisschen irreführend ist. Das habe ich auch in Rostock auf der Messe gemerkt. Dass die Leute sagen, bei Craft-Bier, das ist ja nicht so ein Bier, wo man sagt, das ist in den Köpfen so verankert. Oder das ist doch das, was nicht nach dem Reinheitsgebot gebraut ist. Das ist schade. Aber gerade deswegen gibt es ja auch Sommeliers und auch euch, dass man den Leuten nach draußen trägt. Dieses Craft-Bier ist einfach nur eine Philosophie der Brauern, die Bock haben, einen traditionellen Bierstil neu zu interpretieren. Einfach mal mit den Rohstoffen zu spielen. Ich denke auch, dass es auf jeden Fall bleiben wird.
Meiner Meinung nach hat sich auch Craft-Bier, nennen wir es Craft oder Kreativ-Bier, hat sich schon so weitgehend etabliert. Aber es ist immer noch sehr erklärungsbedürftig. Gucken wir mal, was die Zukunft bringt. Es wird wahrscheinlich immer eine Nische bleiben, weil wir gerade in Deutschland das Problem haben, dass wir schon immer diese Bierkultur haben und die meisten Biertrinker hier leider sehr engstirnig sind. Aber das wird schon. Ich bin immer sehr optimistisch und denke, man muss immer positiv denken. Das wird schon, wenn alle wissen, was wir dafür tun. Und auch mal wieder Festivitäten kommen, wo die Leute auch wieder hingehen.
Paul Aktuell merkt man ja, dass die Leute noch ein bisschen faul sind. Ich weiß nicht, ob euch das auch auffällt. Absolut. Ich glaube, du hast auch von der Messe in Rostock berichtet, dass die Messe in Rostock leer war.
Mareike Ich weiß nicht, ob das nicht auch diese aktuelle Situation in der Gastronomie widerspiegelt. Ist ja auch schwierig. Ich glaube, jetzt muss man erst mal gucken, wie das auch mit der Mehrwertsteuer und was da aktuell alles in der Getränkebranche los ist. Aber es kann doch eigentlich nur aufwärts gehen. Die Leute haben schon immer Bier getrunken, nicht nur in den Wirkungsgetränk, sondern auch im Genussgetränk.
Flo Ja, das ist mein perfektes Stichwort, weil ich bin auch optimistisch und ich träume noch davon, ich bin jetzt 38, wenn ich dann irgendwann…
Mareike Ich auch. Perfektes Alter. Total, Jahrgang 85, oder? Bester Jahrgang.
Flo Ja, bester Jahrgang, genau. Golden Generation, wie man so schön sagt.
Paul Der Jungspund in der Runde hält sich zurück.
Flo Was ich sagen wollte, da träume ich davon, wenn ich so irgendwann 50, 60 bin und so wie dann andere in eine gute Gastro gehen und sich einen schönen Wein, weil es ein besonderer Tag ist, rauslassen. Da träume ich noch und da bin ich optimistisch, dass wir irgendwann so weit kommen, auch in Deutschland, dass ich mir an einer guten Gastro auch wirklich ein gutes Bier, das kann auch dann was kosten, rauslassen kann, noch glücklicher würden mich die Gastronomen machen, wenn es dann auch ein saures sein kann, aber ich will die Ansprüche nicht zu hoch schrauben, aber vielleicht kommen wir irgendwann da noch hin, dass man in einer guten Gastro auch ein passendes Bier dazu bekommt, weil da ist echt noch Aufholbedarf da und das finde ich extrem schade.
Und ich glaube, da könnte man auch noch mal ganz andere Konsumenten mit Bier erreichen und von Bier überzeugen,weil gerade bei sowas finde ich, ich trinke gerne Lagerbiere, ich liebe Lagerbiere, aber da hätte ich gerne auch hier und da mal was Komplexeres gerne dazu.
Mareike Ja, ich habe tatsächlich mich neulich mal mit einem Restaurantleiter von Tim Rauhe unterhalten und habe gefragt, warum die nicht mal auch so Bier anbieten und das vielleicht mal zum Menü kombinieren und dann hat der gesagt, dass Bier für die überhaupt nicht relevant und überhaupt nicht interessant ist, weil Bier einfach keine Marge hat, weil die kaufen den Wein, lass es für 6 Euro im Einkauf sein, wenn es ein Spitzenwein ist, keine Ahnung, verkaufen die Flasche halt für 50 Euro und das kannst du halt mit Bier nicht machen, weil das kauft keiner.
Paul Genau, weil die Leute es eben noch nicht verstanden haben, aber da müssen halt ganz, ganz viele Rädchen ineinander greifen, damit die schöne Vorstellung von Flo vielleicht irgendwann wahr wird.
Mareike Irgendwann kriegt man in Deutschland auch eine schöne Geuze als Aperitif oder so.
Flo Ich meine, die Weinbranche hat es vorgemacht, also so wie wir das heute kennen, das war auch nicht immer so.
Mareike Nee, die haben auch so angefangen wie das Bier eigentlich.
Flo Richtig, genau und der Prozess, der dauert. Und deswegen meine Hoffnung, die bleibt noch erhalten und ist noch einmal am Leben, vielleicht in 20 Jahren. Vertraut mir.
Mareike Ja, und das macht es, glaube ich, auch aus, wenn die Leute einfach optimistisch bleiben und positiv bleiben. Ich glaube auch, dass viele Blogger auch sich ein bisschen mehr vielleicht auf deutsche Biere mal konzentrieren, dass sie die vorstellen auf ihren Blogs oder sowas. Weil aktuell verfolgt man es ja auch ein bisschen, dass so hauptsache es muss irgendwie der geilste Scheiß aus den USA sein. Entweder hopfig oder fast gereift oder Fass gelagert. Ja, Hauptsache aus dem Ausland. Also klar, ich poste auch Biere aus dem Ausland, keine Frage. Aber es ist auch immer vor, dass man mal wieder ein paar deutsche Biere mehr postet, weil man soll ja unsere Szene auch unterstützen und nicht nur sagen, hey, ich habe das geilste Bier jetzt hier aus, was weiß ich wo, was man bei uns wahrscheinlich gar nicht bekommt.
Flo Ja, aber das ist doch die perfekte Überleitung, Paul, die Mareike jetzt geliefert hat.
Paul Absolut, die macht das hier eh alleine. Die macht das alleine, die brauchen es gar nicht so.
Mareike Es tut mir leid, ich rede immer so viel.
Paul So ist das Format geplant, also alles gut. Aber du machst das echt perfekt, also die Überleitungen sind immer, ja, da müssen wir uns nicht drum kümmern.
Lieblingsbier
Flo Genau, weil im Prinzip kommen wir langsam zum Ende und das ist jetzt schon die Gewohnheit von diesem Format, Bier-Experten im Rampenlicht, dass der Gast uns ein bisschen was zu seinem Lieblingsbierstil, Lieblingsbier kommerziell oder Hobbybrauerbier erzählen soll. Gibt es bei dir, bei der ganzen Branche, und weil du dich 24-7 mit Bier beschäftigst, gibt es da einen Lieblingsbierstil, vielleicht sogar eine Lieblingsbrauerei oder Lieblingsbier?
Mareike Leider nein, da muss ich immer wieder sagen, leider nein. Aber ich finde, das Leben ist einfach zu kurz, um jeden Tag das gleiche Bier zu trinken oder selber Bier zu trinken. Deswegen, nee, ich habe tatsächlich kein Lieblingsbier, weil ich finde, das hört ihr wahrscheinlich auch ständig, aber Bier ist halt einfach ein Situationsgetränk. Wir haben ja gerade auch schon gesagt, nimmt man eins zum Aperitif, nimmt man eins zum Essen, was esse ich, oder was habe ich gerade für eine Laune, auf was habe ich gerade Lust, habe ich Durst oder möchte ich irgendwas genießen? Ist es jetzt kalt, brauche ich irgendwas, was mir die Seele wärmt? Oder ist jetzt Sommer, ist Winter? Es kommt tatsächlich ganz darauf an. Aber da mein Blog ja Feiner Hopfen heißt und ich auch so zum Thema Bier gekommen bin, dass ich da so intensiv eingestiegen bin, also eigentlich, wenn ich mich festlegen müsste, dann wäre es wahrscheinlich schon IPA. Aber ich trinke super gerne auch Sauerbiere, ich trinke auch super gerne fast gereifte Biere oder belgische Biere. Jeder Bierstil hat so irgendwas für sich. Früher habe ich Rauchbier eklig gefunden, feiere ich inzwischen total. Das ist so, nee, kann man echt nicht sagen. Und ich kann auch nicht sagen, dass ich eine Lieblingsbrauerei habe, weil allein bei uns in Deutschland haben wir so viele tolle Brauereien, die so spannende Sachen machen. Deswegen, sich da festzulegen, glaube ich, wäre auch falsch.
Paul Wow. Ja, was für ein schönes, bieriges Schlusswort. Da kann man ja fast nichts zu sagen. Also absolut. Da würde ich sagen, machen wir einen Punkt und nehmen das so mit. Absolut verständlich. Kann ich auch unterschreiben. Das ist definitiv so. Es kommt darauf an, wie fühle ich mich, was ist vielleicht für eine Jahreszeit. Und da kommen noch so ein paar Sachen dazu. Absolut coole Beschreibung. Und Mareike, uns bleibt zu sagen, vielen, vielen Dank für die coole Folge. Dass du hier warst, dass du dabei warst und uns so viel erzählt hast über dich, über das, was du machst. Und das war wirklich super interessant.
Mareike Vielen, vielen Dank dafür. Es hat wirklich Spaß gemacht. Und schickt mal was rüber, was ihr so braucht.
Paul Ja, stimmt. Das müssen wir auch machen, Flo.
Flo Das machen wir bestimmt. Sauerbier ist gedanklich schon unterwegs in deine Richtung. Und nochmal vielen Dank. Und auch ihr da draußen, vergesst nicht, folgt uns, redet über uns. Geht mal bei der Mareike auf den Blog und checkt den aus. Bleibt uns treu.
Bis zum nächsten Mal.
Macht’s gut.
Ciao.
Quellen
[1] Zitat https://www.fossanalytics.com/de-de/news-articles/wine/women-in-brewing
[2] Instagram Kanal von Mareike https://www.instagram.com/feinerhopfen/?hl=de
[3] Blog von Mareike https://feinerhopfen.com/
[4] Bierkulturhaus https://kiesbye.at/
[5] DLG Sachverständige Sensorik https://www.dlg-akademie.de/ueber-uns/dlg-sensorik-zertifikat/
[6] Yankee und Kraut – Transfusion https://yankeeundkraut.de/products/transfusion-new-style-lager-0-44l
[7] Master of Beer https://masterofbeer.org/hallofmembers/
[8] Bier Unser https://www.callwey.de/buecher/bier-unser/
[9] Equilibrium – Austin https://www.eqbrew.com/our-beers/
[10] Maisel & Friends Collab mit Fürst Wiacek https://www.maiselandfriends.com/de/spirit-helper-p1850/
[11] Deutsche Meisterschaft der Biersommeliers https://www.biersommelier.org/verband/termindetail.php?id=151
[12] Weltmeisterschaft der Biersommeliers https://de.wikipedia.org/wiki/Biersommelier-Weltmeisterschaften
[13] World Beer Cup https://www.worldbeercup.org/de/
[14] Catharina Sour https://byo.com/article/catharina-sour-brazilian-kettle-soured-fruit-beer/
[15] Südafrikanische Hopfensorten https://www.hopslist.com/hops/dual-purpose-hops/southern-promise/
[16] Hobbybrauerwettbewerb 2017 Camba https://friediesbrauhaus.blog/camba-bierfestival/
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