Folge 1.BE2 – Frank Christian

   

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„Der 1985 gegründete Verband ist heute in über 60 Ländern vertreten und hat mehr als 8.800 aktive Judges im Programm. Die Judges werden durch eine Prüfung zertifiziert, die technische Aspekte des Bierbrauens, weltweite Bierstile, den Zweck der BJCP und Beurteilungsverfahren abdeckt. Darüber hinaus müssen praktische Beurteilungsfähigkeiten unter Beweis gestellt werden.“

Das waren die Zahlen, Daten, Fakten von der BJCP. Wem BJCP nicht sagt, das ist das Beerjudge-Certification-Programm. Und so viel können wir schon mal verraten als kleiner Teaser für die Folge. Da gibt es heute noch ein paar Detailinfos dazu.[1]
  1. Vorstellung Frank Christian
  2. Interview Teil I – Hobbybrauen
  3. Frage zum Staffel – Bierstil von Tobi Malzknecht
  4. Interview Teil II – Hobbybrauen
  5. Was haben wir im Glas
  6. Interview Teil III – BJCP Judge
  7. Carnivale Brettanomyces
  8. Lieblingsbier Frank
  9. Quellen

Vorstellung Frank Christian

Flo: Und damit hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Brautag, eurem Podcast über Bier und Braukunst. Heute haben wir für euch einen tollen Gast mit messerscharfer Sensorik eingeladen für eine neue Folge unserer Reihe Bier-Experten im Rampenlicht. Und wie ihr euch denken könnt, habe ich natürlich meinen Melanoidin-Magier auch eingepackt. Servus, Paul.

Paul: Okay, das kam unvorbereitet. Hi, grüß dich Flo. Ja, also ich bin auch mega gespannt auf die heutige Folge, denn wir haben einen coolen Gast. Und was soll ich euch jetzt weiter auf die Folter spannen? Wir haben heute den Frank-Christian zu Gast, seines Zeichens Hobbybrauer, Juror und natürlich BJCP-National-Judge, muss man auch nochmal dazu sagen. Aber Frank, herzlich willkommen und stell dich doch kurz selber vor.

Frank: Ja, hallo. Vielen Dank für die Einladung. Danke, dass ich hier sein darf. Ich fühle mich sehr geehrt, in diesem hervorragenden Podcast zu Gast zu sein. Und dann auch gleich zu Beginn sozusagen noch. Ich stelle mich gerne kurz vor. Ich bin Frank, ich bin 45 Jahre alt. Von Beruf bin ich promovierter Biochemiker und arbeite in der Pharmaforschung. Hobbybrauer bin ich seit 2012. Aktiv bin ich so ein bisschen unter dem Namen Humble Beer[2], wobei ich das jetzt nicht überall breit drehte. Aber auf sozialen Medien, Instagram beispielsweise, findet ihr mich unter dem Namen Humble Beer. Auch auf Untappd, Twitter, falls ihr da aktiv seid. Aber falls das noch jemand benutzt. BJCP-Judge[3], um kurz darauf zu kommen, bin ich seit 2019. Da gab es das erste Judging-Examen in Deutschland, da habe ich daran teilgenommen. Und ich bin als Hobbybrauer aktiv in den Aachener Hobbybrauern[4]. Das ist kein Verein bisher als solcher, aber doch eine sehr aktive Gruppe. Wir haben jeden Monat einen Stammtisch, den wir uns treffen, mit zwölf bis 15, manchmal auch 20 Personen. Und eben die Kölner Bierhistoriker, die auch zunehmend öffentlich präsent sind auf den diversen Veranstaltungen. Und ja, das ist meine kurze Vorstellung.

Interview Teil I – Hobbybrauen

Flo/Paul: Ja, danke für deine Vorstellung, Frank. Bist ja echt sehr umtriebig, würde ich jetzt bezeichnen. 2012 hast du mit dem Hobbybrauen angefangen, hast du gesagt. Aber wie bist du auf die Idee gekommen, jetzt lege ich los mit dem Hobbybrauen? Wie ist das dazu gekommen?

Frank: Ja, gute Frage. Ich war, bevor ich nach Aachen gezogen bin, als Biochemiker in Glasgow, habe ich gearbeitet an der Universität als Postdoc. Und da begab es sich, dass ein Kollege mich auf eine Party in Glasgow eingeladen hat. Und da kamen jede Menge Leute, unter anderem auch ein anderer Freund von dem Freund. Und ich dachte so, Party bei ihm zu Hause, da bringe ich besser mal ein bisschen Bier mit, weil man weiß nie, was man da so vorgesetzt bekommt. Und habe dann einfach ein paar leckere Sachen, die ich da so schon entdeckt hatte. Also das war schätzungsweise 2010, 11, da war das Bierbewusstsein gerade so am Keimen, sozusagen. Und das war auch eine Zeit, wo es beispielsweise in Glasgow im Supermarkt schon die eine oder andere Flasche Brewdog gab oder auch andere lokale kleine Brauereien. Da habe ich ein paar Sachen mitgenommen. Und dann stellte sich

heraus, dass der andere besagte Freund auf dieser Party auch Brewdog-Bier dabei hatte. Und dann hatten wir natürlich sofort ein Gesprächsthema. Und wie der Zufall es wollte, hatte er dann noch einen riesigen, schweren Rucksack mit Selbstverbrauchtem Bier dabei. Und sagte dann, dass wir das jetzt zusammen trinken würden. Das hat mich natürlich völlig umgehauen in jedem Sinne, weil ich dann erst mal so dachte, was, das geht? Findet man heute natürlich fast schon witzig, nach zehn Jahren selber brauen. Aber das fand ich total faszinierend. Und der hat dann in seinem Rucksack irgendwie so zwei, drei Karaffen gehabt, Glaskaraffen und jede Menge Flaschen. Und hat dann da angefangen, erst mal die Flaschen in die Karaffen umzufüllen, den Hefesatz zurückzulassen und hat das dann an die Leute verteilt. Und hat dann eben erklärt, was das alles ist und die Zutaten und wie er das gebraut hat. Und ich fand das maximal faszinierend, was ihm vermutlich aufgefallen ist. Und dann hat er ihm gesagt, also wenn dich das interessiert, dann komm doch gerne mal vorbei, dann zeige ich dir mal, wie ich das mache. Ja, das ist auch getan. Hat er mir das dann gezeigt, wie er da in seinem WG-Zimmer zwischen Kleiderschrank und Bett noch Bier gebraut hat. Das war super lustig. Und ich fand das hervorragend. Und er hat mir gedacht, das ist super. Und er hat auch sofort natürlich angefangen, mich zu manipulieren und zu sagen, das musst du selbst auch mal probieren, ist total einfach. Ich habe das mal so zwei, drei Mal abgelehnt. Hab dann aber auch zunehmend noch andere von seinen Brau-Kumpels sozusagen kennengelernt, denen ich bis heute nach wie vor sehr gut befreundet bin. Dann bin ich irgendwann mit dem Fahrrad zu dem Hobbybrauer-Shop, den es tatsächlich in Glasgow gab und immer noch gibt, gefahren und habe da einen 20 Liter Gäreimer gekauft und ein paar Liter Malzextrakt, ein bisschen Hopfen und Hefe und habe dann zu Hause losgelegt. So ging es los.

Flo/Paul: Sehr cool. Sehr spannende Geschichte. Und wenn du meinst, da ging es los, wie muss man sich das vorstellen? Was für ein Equipment hast du da genutzt?

Frank: Ja, also am Anfang wirklich brutal simpel. Also ich habe tatsächlich einfach die größten Töpfe in der Küche gesucht, habe die auf den Gasherd gestellt. Ich hatte dann so ein, das hatte ich damals gelesen als erstes, How to Brew[5] von John Palmer. Also ich habe die ganze Brauliteratur eigentlich von Anfang an auf Englisch gelesen. Und das ist das legendäre Einsteigerbuch sozusagen. Da gibt es halt diverse Rezeptvorschläge. Und das war, glaube ich, so ein American Amber Ale. Und da war immer gleich schon der Vorschlag, man sollte auf jeden Fall, auch wenn man mit Extrakt braut, das habe ich am Anfang getan, soll man auf jeden Fall ein paar Spezialmalze in so einem Maischebeutel beispielsweise mit da reingeben, weil das den Geschmack halt extrem positiv beeinflusst. Also habe ich das gemacht. Maischebeutel mit rein und irgendwie so ein paar 100 Gramm Spezialmalz, weiß ich nicht mehr genau, glaube ein halbes Kilo Pale Ale und eine Handvoll Karamalz oder sowas. Und das kam eben mit da rein. Und ja, das Ganze wurde, wie gesagt, erst mal gekocht auf dem Gasherd in den Töpfen. Dann wurde das alles danach zusammen in den besagten Gäreimer geschüttet und dann, glaube ich, in der Spüle oder in der Badewanne runtergekühlt. Und dann wurde es darin vergoren. Und danach ganz manuell alles mit Abfüllröhrchen in die Flaschen gefüllt und Flaschennachgärung. Also so einfach, wie man es sich vorstellen kann.

Flo/Paul: Okay, wunderbar. Und was für ein Bier ist da raus gekommen? Was war dein erstes selbst gebrautes Bier?

Frank: Ja, ich meine, es war ein American Amber Ale. Das ist ganz am Anfang von dem How-to-Brew Buch beschrieben, dass man doch erst mal jetzt ein Bier brauen soll und dann soll man das Buch lesen, sozusagen. Und so habe ich es auch gemacht. Und das hat sich dann auch bewährt.

Flo/Paul: Und mich würde interessieren, auch in Bezug auf was du heute so machst, kannst du dich noch an den Geschmack der Biere, die du auf der Party von dem Kerl gekriegt hast, erinnern? Hat dir das geschmeckt?

Frank: Ja, also das auf jeden Fall. Ich war begeistert. Ich hatte da möglicherweise Schlimmes erwartet, aber da war ich sehr positiv überrascht. Was mich umso mehr fasziniert hat, dass das möglich ist, dass er zu Hause in seinem WG-Zimmer solche Biere brauen kann, die auf einem Qualitätslevel sind mit Brewdog beispielsweise zu der Zeit. Das hat mich sehr fasziniert.

Flo/Paul: Jetzt hast du so angefangen. Wie sieht es heute aus? Wie braust du heute?

Frank: Heute braue ich auf einem Braumeister 50[6], also die Anlage von der Stange sozusagen. Und gegärt wird in Speidel-Kunststoff-Gärfässern[7]. Ich habe zwei kleine Gefriertruhen mit Temperatursteuerung, sodass jede Temperatur da möglich ist. Und damit bin ich eigentlich auch relativ glücklich.

Flo/Paul: Cool. Da würde mich interessieren, weil wie viele wissen, ich auch eine große Leidenschaft für Brettbiere und Sauerbiere im Allgemeinen habe. Und du teilst es, soweit ich das weiß. Ich durfte ja auch schon das eine oder andere Bier von dir probieren. Was muss ich auch nochmal sagen, die waren echt alle hervorragend. Wie machst du das, wenn du mal, also das ist ja so eine klassische Frage, die man immer wieder im Hobbybrauer-Forum liest oder in der Facebook-Gruppe. Wie teilst du dein Equipment, dass du keine Cross-Kontaminationen zum Beispiel bekommst?

Frank: Gute Frage. Da habe ich am Anfang und auch lange Zeit eine sehr strikte Trennung vorgenommen. Diese Brettbiere, da habe ich mir mal eine ganze Reihe, drei oder vier von diesen kleinen 12 Liter Gärfässern von Speidel auch besorgt. Da habe ich das überwiegend gemacht. Und habe die dann auch nur dafür benutzt. Und hatte dann eben eigenes Abfüll-Equipment, also sprich Gärröhrchen und ein Stück Silikonschlauch. Auch wieder eigentlich brutal simpel. Und damit wurde das dann alles gemacht. Und es wird auch alles in einem anderen Raum aufbewahrt. Ich muss aber jetzt dazu sagen, ehrlicherweise, weil ich gerne mehr von diesem Bier haben möchte, als immer nur 12 Liter oder weniger, bin ich jetzt auch dazu übergegangen, das zum Teil in größeren Gärgefäßen zu machen. Und habe jetzt auch, um mich vielleicht selbst zu prüfen, gelegentlich cleane Gärfässer dafür benutzt. Die anschließend total sauber gemacht. Mit Spülmaschinenpulver und so weiter, wie man kennt. Star San[8], mehr nicht. Ja, nur die beiden Sachen. Und habe dann wieder cleane Biere verworren, nach den Brettbieren. Und das hat auch super funktioniert. Bislang alles super.

Flo/Paul: Ja, dann toi, toi, toi. Flo, hast du da schon andere Erfahrungen gemacht? Bei mir war das ähnlich, wie es der Frank gerade beschrieben hat. Ich habe das auch am Anfang strikt getrennt. Auch bewusst Wert draufgelegt, dass zwischen den beiden Gärräumen ein paar Meter dazwischen sind. Jetzt vielleicht nicht wie bei Firestone Walker ein paar Kilometer, aber dass da halt eine gewisse Entfernung da ist. Und wie es dann eben so ist. Irgendwann denkt man, ja, ist ja noch nie was schief gegangen. Dann habe ich auch angefangen, die Gäreimer für beide Seiten der Medaille zu verwenden. Und ja, über die Jahre, muss ich zugeben, hatte ich schon so zwei, drei Mal, würde ich behaupten, eine fiese, ungewollte Kontamination in dem Fall, dass ich halt ein cleanes Bier dann mit Brettcharakter hatte. Solange es nur das Aroma ist, finde ich es gar nicht schlimm. Das kann sehr spannend sein. Wenn es halt schon in der Flasche ist, kann es unschön werden. Von daher, ja, man muss da wissen, was man tut. Ich meine, der Frank, wie er beschreibt, ist das beste Beispiel. Das kann alles gut gehen. Man muss halt sich des Risikos bewusst sein, dass man sich dann mal was einfangen kann. Aber ich glaube, so schlimm, wie es oft beschrieben wird, ist es sicherlich nicht.

Und Frank, du hast es ja jetzt schon mal erzählt. Also du teilst ja die Leidenschaft mit dem Floh so ein bisschen für saure und für Brettbiere. Gibt es sonst Bierstile, für die dein Herz schlägt? Oder gibt es irgendwas, was du am liebsten braust? Oder ist es dann tatsächlich auch eher so in die saure Richtung?

Frank: Also ja. Also grundsätzlich braue ich alles. Aber ich habe schon auch natürlich bestimmte Vorlieben. Und in den letzten drei, vier Jahren so sind das vor allen Dingen Saisons. Die lassen sich natürlich auch ganz hervorragend dann mit Brett oder mit gemischter Gärung allgemein kombinieren. Ich mag die aber in allen Richtungen. Ja, sowohl clean, also nur Saccharomyces-Gärung, aber auch gerne mit gemischter Gärung. Und dann vielleicht auch ein bisschen durch Corona bedingt, kam auch dann noch das Brauen von Lagerbieren. Da habe ich auch schon ein bisschen eine Leidenschaft dafür entwickelt. Auch vielleicht nicht zuletzt inspiriert durch zahlreiche Urlaubsaufenthalte im schönen Franken. Und da habe ich jetzt auch schon mehrere Kellerbiere gebraut. Einmal Tschechisches Pils. Aber darüber hinaus brauche ich auch sehr gerne mal Exportstout. Ja, da gibt es ein hervorragendes Rezept von dem berühmten Bierhistoriker Ron Pattinson, was nach dem Rezept von der Londoner Truman Brauerei gebraut werden kann. Da hat er das Rezept in seinem Blog veröffentlicht. Das ist von 1890 mit jeder Menge Röstmalz und Brownmalt, ganz hervorragend. Aber auch mal einen Barleywine. Also da ist alles denkbar. Da ist alles dabei. Sehr cool. Also so wie du Bock hast. Sehr gut, ja.

Frage zum Staffel – Bierstil von Tobi Malzknecht

Paul: Der Tobi von malzknecht.de[9] hat uns eine Sprachnachricht über Speakpipe zugesandt und da auch eine Frage zu unserem Staffelbierstil gestellt. Hören wir doch einfach mal kurz rein.

Tobi: Ja moin, Tobi hier[10]. Hi, grüß euch zusammen. Paul und Flo, erstmal vielen lieben Dank für eure Zeit, die ihr hier in das Thema Podcast steckt, in den Brautag-Podcast. Das Konzept ist genial in meinen Augen und ich denke, das ist eine riesige Bereicherung für unsere Community. Deshalb nochmal danke und toi toi toi. Ich freue mich schon auf die neuen Folgen.

Damit das hier nicht so trocken wird, habe ich auch eine Frage mitgebracht. Und zwar ist es so bei mir hier im Münsterland zumindest, wird der Begriff Bier häufig mit Pils assoziiert, beziehungsweise ist es ein Synonym dafür. Du gehst in eine Kneipe, bestellst ein Bier und bekommst einen Pilz. Und gerade so auf dem Land mit den Leuten, mit denen ich das zu tun habe, die kennen teilweise gar keine anderen Bierstile außer Pilz oder außer Bier. Deshalb die Frage an euch. Was glaubt ihr? Warum hat sich zum Beispiel das Export nicht so breit durchgesetzt? Weil das ja von der Hopfenbitte viel schwächer ist, vielleicht von viel mehr Leuten als angenehmer wahrgenommen wird. Was ist da eure Meinung zu?

Flo: Pils ist, glaube ich, nicht überall in Deutschland so eindeutig als Synonym für Bier zu sehen. Ich kann mich noch gut an meine Jugend erinnern. Das war so Anfang der 2000er Jahre. Auf Dorf- und Stadtfesten hier im süddeutschen Raum. Da war es durchaus auch so, wenn man sich da ein Bier bestellt hat, hat man auch hier und da ein helles Export[11] gereicht bekommen. Aber prinzipiell ist natürlich das, was der Tobi berichtet, absolut richtig und gilt für die meisten Regionen in Deutschland und entspricht ja der Wahrheit und ist Realität, dass eben Pils heutzutage als Synonym für Bier gilt. Die Frage ist aber, warum ist das so und wie ist es so weit gekommen? Um diese Frage vernünftig zu beantworten, muss man da ein bisschen ausholen, ein bisschen auch wieder in der Zeit zurückreisen, damit man das verstehen kann. Auf Stock- und Export sind wir jetzt noch nicht so weit, so tiefgehend eingegangen, hatten wir noch nicht die Chance dazu. Aber im Prinzip gibt es da zwei Urväter, denen das so ein bisschen auf die Fahne geschrieben wird, dass sie diesen Stil entwickelt haben und allgemein die untergärige Brauweise in den Ruhrpott gebracht haben. Das ist einmal der Heinrich Wenker und der Fritz Brinkhoff. Der Wenker war ein bisschen früher dran, der hat 1843 nach Süddeutschland reisen, so ein bisschen diese neue untergärige Brauart und die ganzen Kenntnisse mit in den Ruhrpott gebracht und hat dann mit seinem Vater in der Brauerei Krone am Markt das erste Mal ein helles, untergäriges Bier eingebraut. Und das hat so ein bisschen, im wahrsten Sinne des Wortes für Dortmund, so eine neue bierige Zeit eingeläutet. Und bis dahin waren im Ruhrpott eher

die obergärigen Braunbiere bekannt und beliebt und das Helle war eben dann neu und kann man sich auch vorstellen, hat sich dann relativ schnell herumgesprochen im Pott und viele andere sind auf den Zug aufgesprungen. Nur die Brauer mussten relativ schnell feststellen, so 1 zu 1 übernehmen, das ist ja nicht der Fall, weil sie ein anderes Wasser hatten als in Pilsen und auch in anderen Regionen in Deutschland. Sie haben nämlich ein Wasser mit einem relativ hohen Calciumsulfatanteil und insbesondere für hopfenbetonte Bierstiele ist das nicht ganz so easy und deswegen musste man da so ein bisschen das Rezept oder die Idee ein bisschen anpassen auf die Gegebenheiten, was man hatte und das hat dazu geführt, dass man eben den Malzcharakter ein bisschen mehr in den Vordergrund gestellt hat, den Hopfenanteil ein bisschen gesenkt hat und aus Haltbarkeitsgründen das Ganze ein bisschen stärker eingebraut, weil dann ist das Ganze auch besser für einen Export geeignet. Diese Art der Biere, habe ich ja gesagt, hat sich schnell herumgesprochen und wurde dann auch zur Spezialität vom Herrn Brinkhoff und mit dem Brinkhoff gibt es auch nochmal eine interessante Geschichte. Der Bierdurst der aufstrebenden Stadt Dortmund und gesamten Region soll so groß gewesen sein, dass sie kaum mit der Bierproduktion und mit dem Hochskalieren der Brauereien nachgekommen sind und das soll zu einem, ich würde es als wichtigen Fehler bezeichnen, geführt haben, nämlich dass 1887 ein vermeintlicher Fehlsud, der mit zu hellem Malz eingebraut wurde, nach Aachen verschickt wurde oder geschickt wurde zum Trinken und die Aachener waren so begeistert von dieser Version von Brinkhoff, dass er dann in den folgenden Jahren darauf aufgesetzt hat und hat eben das Dortmunder Export zur Perfektion hin optimiert. Und ja, das hat letztendlich ähnlich, wie wir es in der ersten Folge mit dem Pilsner beschrieben haben, hatte das Export dann auch in folgenden Jahren, Jahrzehnten einen Boom und wurde zu dem Bier der Bergarbeiterbranche. Und jetzt kommt’s, das Ganze ging dann so weit, dass bis in die 70er, also 1970er Jahre, das Dortmunder Export das erfolgreichste Bier in Deutschland war und hinzukommt, dass in dieser Zeit Dortmund zum deutschen Bierexportweltmeister wurde und zwischenzeitlich der zweitgrößte Bierhersteller in Hektoliter nach Milwaukee auf der ganzen Welt war. Also eine richtig große Nummer, aber was soll man sagen, nach so einem Höhepunkt kommen meistens halt auch irgendwann wieder schlechtere Zeiten und da gab es mehrere Gründe, die zu einem großen Einbruch geführt haben. Die Arbeiter aus der Bergbauindustrie, die lernten auf verschiedenen Luftkuren, das hopfige, schlanke Pilz kennen und am Ende des Tages auch lieben. Und weil sie das eben im Urlaub genossen haben, ich denke, das kennt jeder, ab dem Zeitpunkt haben sie eben mit dem Pilsner Ruhe, Urlaub und Spannung verbunden. Und das hat dazu geführt, dass das Pils dann auch infolgedessen auch von den ansässigen Brauereien im Ruhrgebiet gebraut wurde. Und durch die ganze Globalisierung an der Stelle und den damit verbundenen Konzentrationsprozess im Braugewerbe und den damit verbundenen Übernahmen, das hat an der einen oder anderen Stelle zu einer Überforderung geführt und letztendlich dann auch, dass die eine oder andere Brauerei nicht mehr so rentabel war. Und on top kommt noch als letzter Grund, dass eben der Bierkonsum zurückging. Um den Wandel vom Export zum Pils nochmal zu verdeutlichen, anlässlich des 50. Todestages entwickelte die Union Brauerei 1977 ein Bier unter dem Namen Brinkhoffs Nr. 1. Das war auch sehr erfolgreich und gibt es deswegen auch heute noch. Nur, ja, schade an der Stelle. Es ist halt ein Pils und kein Export. Das heißt, es wird nicht so richtig dem Urvater gerecht an der Stelle.

Paul: Ja, ich denke, die Frage ist ausführlich beantwortet worden. Falls doch noch was ist, falls es doch noch irgendwelche Fragen gibt oder neue aufgeworfen hat, dann guckt gerne bei Speakpipe rein, hinterlasst uns eine Sprachnachricht oder schickt uns eine Mail.

Interview Teil II – Hobbybrauen

Flo/Paul: Wir haben ja bekanntermaßen so ein Fable für zum Beispiel Brauanlagen oder Apfelanlagen, bauen Hopfen an und so weiter. Hast du auch so ein Hobby im Hobby entwickelt jetzt? Wir wissen ja, in welche Richtung das schon noch geht bei dir, aber gibt es vielleicht auch noch wirklich zum Thema Brauen vielleicht was, was so dein Ding wäre?

Frank: Ja, also jetzt abgesehen von dem BGCP-Judging- und Sensorik-Thema, was mich natürlich sehr begeistert und fasziniert, habe ich auch ein Fable für Hefen. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich es unbedingt Hefebanking nennen würde, aber ich habe eine ganze Anzahl von diversen Saline-Gefäßen und Zentrifugen-Röhrchen, wo irgendwelche Hefe-Kulturen drin schlummern. Das finde ich mal ganz cool, auch mal was hochzuziehen. Da war ich dann auch begeistert, aus einer Dose Heady Topper mal eine Hefe hochzuziehen oder aus einer Flasche Witzgal-Landbier und dann damit was zu brauen. Das macht mir großen Spaß. Und ich weiß nicht, ob das jetzt ein klassisches Thema ist, aber ich entwickle halt gerne Rezepte auch selbst. Also ich habe noch nie irgendwas von Maische Malz und Mehr[12] gebraut. Ich mache das in der Regel selbst. Ich überlege mir dann, was will ich machen? Und dann macht mir das auch total Spaß, einfach zu recherchieren. Was weiß man darüber alles? Wer macht das wie? Wie machen das die Legenden des Stils oder sowas? Und sich davon dann einfach inspirieren zu lassen und zu gucken, wie kann man das irgendwie nachmachen oder kann man das aufs nächste Level heben oder sowas. Das ist so ein bisschen mein Ding.

Flo/Paul: Das ist sehr cool. Also stellt man ja auch immer wieder fest, dass es echt ganz, ganz viele Hobbybrauer gibt, die gerne ein fertiges Rezept nehmen und das einfach gerne nachbrauen. Vor allen Dingen, wenn die halt wissen, das funktioniert. Aber es geht mir ähnlich wie dir. Mir macht es viel mehr Spaß, vielleicht eine Vorlage zu nehmen, einfach so als grobes Gerüst, aber dann meinen eigenen Senf dazu zu geben und auch nochmal zu gucken, wie du sagst, ein bisschen zu recherchieren. Ja, vielleicht gibt es da doch noch den einen oder anderen, der es ein bisschen anders macht und warum und so weiter. Also das macht mir auch sehr, sehr viel Spaß, kann ich absolut verstehen.

Was haben wir im Glas

Paul: Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wollen wir mal ein Bierchen trinken? Das ist die beste Idee des Tages. Ich weiß nicht, ob ihr schon, ich meine, es ist ja jetzt Feierabendzeit, aber ich weiß nicht, ob ihr vielleicht auch schon eins im Glas habt. Aber ich würde sagen, wir machen uns mal eins auf, oder?

Flo: Guter Vorschlag. Ich habe meins schon im Glas.

Frank: Ich auch.

Paul: Okay, Frank, du musst ja die Stimme ölen, das ist ja absolut okay. Aber dann formuliere ich es anders, dann sage ich, dann stellen wir doch mal vor, was wir im Glas haben. Flo, magst du anfangen vielleicht?

Flo: Ja, sehr gerne. Bei mir ist es heute unspektakulär, wäre frech, weil es ist ein sehr gutes Weizenbier, König Ludwig[13], trinke ich gerne. Das habe ich mir aufgemacht, weil es schon, das hat ja nicht viel zu eisen, aber es ist sieben Monate über dem MHD, wurde immer im Keller, also nicht mal im Kühlschrank, kalt gelagert. Das heißt, das merkt man sensorisch dem Bier schon an. Das ist halt eher, sage ich mal, die würzigen, phenolischen Charaktere mehr im Vordergrund stehen wie bei einer frischen Variante. Aber immer noch ein sehr schönes Hefeweizen, bisschen dunkler, wie es normalerweise ist, aber Schaum ist noch sehr schön samtig, würde ich fast sagen. Sieht gut aus und schmeckt auch gut, von daher Prost.

Paul: Prost zum Wohl, Flo. Frank, was hast du dir ausgesucht? Da bin ich ja jetzt natürlich extrem gespannt.

Frank: Ja, ich dachte natürlich zur Feier des Tages, Auftritt im Brautag-Podcast, da muss ich natürlich ein selbstgebrautes trinken. Jawohl. Und zwar habe ich mir ein Saison-du-Tettnang eingeschenkt, das ist ein Bierchen, das habe ich vorhin noch mal nachgeschaut, schon überraschend lange her, Ende Februar gebraut. Und das ist ein leichtes Saison mit 4,5 Prozent und ausschließlich Tettnanger Hopfen eingebraut. Die Schüttung bestand aus Pilsnermalz Weizenflocken und Gerstenflocken. Also ziemlich

viel Rohfrucht da drin, ein Viertel ungefähr. Und vergoren einfach, weil ich auch nichts anderes in dem Moment zur Hand hatte, Bell-Saison-Hefe, die ich gelegentlich ganz gerne mag, weil die so ein bisschen weißweinartige Noten mit reinbringt. Und ansonsten relativ simpler Brauvorgang. Ich sehe gerade Ferula-Rast, doch gemacht, Eiweißrast und dann ein simpler Verzuckerungsrast, 45 Minuten bei 62 Grad. Ja, das Bierchen ist, fällt mir immer noch sehr gut. Der Vorteil, dass es jetzt schon so lange in der Kühlung steht, dass es auch kristallklar ist, kann man tatsächlich fast rein durchgucken. Aber vom Aroma her ist das immer noch sehr schön. Ja, Limone, Zitronik, ein bisschen pfeffrige Noten, leichte Gewürze, so von der Hefe vor allen Dingen auch. Aber ich denke auch ein bisschen von den Dinkelflocken. Ich hatte vorhin Gerstenflocken gesagt, aber Dinkelflocken sind tatsächlich drin. Ah, ok. Genau, so ein bisschen weiße Trauben vielleicht noch, aber auch dann sehr so getreidiger Charakter. Und weil es ein sehr trockenes Bier ist, es hat eine Stammwürze von zwölf Plato und ist bis auf ein halbes Plato runtervergoren. Fast schon brutal trocken, was ich aber sehr gerne mag. Und geht dann am Schluss nochmal in so eine erdig-kräutrige, hopfenbittere rüber. Und dann hat man schon Bock auf den nächsten Schluck.

Flo: Also, das klingt ja traumhaft. Perfekt. Und was hast du am Start, Paul?

Paul: Ja, es ist auch nichts Spektakuläres, ohne jetzt dem Brauer auf die Füße treten zu wollen. Aber ich habe mir ein Bayreuther Hell[14] eingeschenkt. Und zwar aus diesem Grund. Ich bin voller Vorfreude aufs Wochenende. Am Freitag ist nämlich Brautag bei Maisels. Ich darf meinen Münchner Dunkel einbrauen. Und ja, da habe ich gedacht, passt doch gut, Podcast mit euch. Und die Aufregung steigt schon so ein bisschen. Ich freue mich auf Freitag. Und da habe ich gedacht, ich mache mir meinen Bayreuther auf. Da brauche ich jetzt auch gar nichts groß sagen. Einfach ein herrlicher Durstlöscher. Ihr kennt es beide wahrscheinlich. Klar. Einfach nur ein sehr, sehr guter Vertreter seines Stils. Und trinke ich sehr gerne. Aber dann war ich unbewusst mit meinem Titel Melanoidin-Magier. Am Anfang war ich schlecht unterwegs. Du hast mich da wirklich überrumpelt. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Deswegen habe ich gedacht, schadet es nicht, sage ich es noch mal. Perfekt. Ich bin auch gespannt, was wir da zaubern am Freitag. Ich freue mich schon drauf.

Flo: Der Release ist geplant für die Braubeviale, richtig?

Paul: Ja, es ist eine knappe Kiste, muss ich sagen. Aber es ging nicht anders aufgrund diverser Projekte von Maisels, muss man auch sagen. Die haben gerade viel, viel Zeug an den Start gebracht. Und so hat sich dann das Datum ergeben. Aber genau, zur Braubeviale wird es ausgeschenkt, drei Tage lang. Und ich bin auch einen Tag auf jeden Fall dort am Stand und schenke mit aus. Und Flo, wir haben ja auch noch ein paar Sachen geplant. Aber das erzählen wir euch einen anderen Mal. Ja, genau so machen wir es. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, sehr auf dein Bier. Und dass es dann auch bei so einer coolen Veranstaltung wie der Braubeviale sozusagen das erste Mal das Publikum erreicht, da freue ich mich umso mehr drauf.

Interview Teil III – BJCP Judge

Flo/Paul: Aber dann würde ich sagen, kommen wir nun zum, ich würde sagen für heute spannendsten Teil, was, denke ich, auch sehr viele bei uns in der Community anspricht, wo viele neugierig sind. Das ist das Thema BJCP Judge. Und vor allem, also für mich war das früher, ehrlich gesagt, sehr schwer greifbar. Wie kann ich das werden? Was ist das überhaupt vielleicht? Aber da wir ja mit Frank unseren National Judge heute eingeladen haben, reiche ich genau diese Fragen einfach mal weiter an dich, Frank. Erklär mal unserer Community, was ist ein BJCP Judge und wie kann man das werden?

Frank: Also, Beer Judge Certification Program[15] ist ja so der Name der Organisation. Das beinhaltet ja nicht viel, aber doch ein bisschen mehr. Also es geht zum einen darum, eben einen Rahmen darzustellen, sozusagen um neue Judges zu qualifizieren, sozusagen dieses Forum bereitzustellen, wo

diese Prüfungen durchgeführt werden. Zum anderen aber auch die allseits bekannten, aber nicht überall beliebten BJCP Guidelines[16], denen eben alle oder sehr viele Bierstiele der Welt beschrieben werden. Das ist auch sicher der Aspekt der Organisation, der ihr den größten Bekanntheitsgrad eingebracht hat, weil diese Guidelines eben nicht nur für den ursprünglich gedachten Zweck, um das auch schon am Anfang zu sagen, nämlich der Bewertung von Hobbybrauerbieren in Wettbewerben, verwendet werden, sondern auch für sehr viele andere Zwecke. Unter anderem werden auch alle möglichen Guidelines von kommerziellen Bierwettbewerben, die man vielleicht auch kennt, abgeleitet, in sehr stark verkürzter Fassung dann meistens oder dienen zumindest als starke Inspiration dafür. Aber ja, um auf den Bierjudge selbst zurückzukommen, das ist eine Sache, die finde ich auch sehr wichtig. Das ganze Programm ist nicht kommerziell. Ja, es ist ein Programm, das von amerikanischen Hobbybrauern in den 80er Jahren gestartet wurde. Die haben sich überlegt, wie können wir die Qualität von Bieren in der Hobbybrauerszene verbessern? Was braucht man dafür? Und eine Antwort darauf kann natürlich sein, dass wir in Wettbewerben gegeneinander antreten und gucken, wer kann das beste Bier brauen. Aber nicht nur das, sondern wir wollen auch uns sicher sein, dass die Leute, die diese Biere bewerten und die Entscheidungen darüber fällen, eben gut qualifiziert sind und dass wir denen das auch zutrauen und dass das dann auch belastbar ist sozusagen. Das vielleicht so ein bisschen als Hintergrund zu BJCP. Wie kann man jetzt BGCP-Judge werden? Also man legt Prüfungen ab, kurz gesagt. Und zwar ist das ein gestuftes Prüfungssystem. Also nicht nur einmal eine große, sondern erstmal eine eher kleine und dann eine etwas größere inklusive Verkostung von Bieren. Und später, wenn man denn möchte, auch noch eine schriftliche Prüfung. Wie findet man da den Einstieg? Also kurze Antwort ist, die Website der Organisation ist bgcp.org. Da findet man alle möglichen Informationen. Und damit meine ich wirklich absolut alles, was man braucht, um sich für die Examen anzumelden, aber auch um sich für die Examen[17], die Prüfungen vorzubereiten und auch die Antworten darauf, was da alles drin vorkommen kann. Jetzt muss man dazu sagen, dass die BJCP-Website nicht unbedingt ein Musterbeispiel an Übersichtlichkeit darstellt. Woraus vermutlich auch viele Fragen resultieren. Da kann man höchstens mal googlen. Oder es gibt natürlich auch verschiedene Möglichkeiten, sich noch an anderen Stellen darüber zu informieren, im Internet oder in YouTube-Videos oder sowas. Oder man kann natürlich auch gerne jederzeit mich fragen. Da kann ich die immer gerne beantworten.

Flo/Paul: Das klingt alles sehr gut. Ich meine, auf der HBCON-Seite gibt es auch eine relativ knackige[18, aber gut übersichtliche deutsche Beschreibung, wie das alles so abläuft. Da haben alle, die zuhören, keine Sorge. Wie immer, da könnt ihr euch auf uns verlassen. Wir packen euch alles granular in die Shownotes. Wir versuchen, dass ihr euch da zurechtfindet. Sowohl die amerikanischen Seiten, den einen oder anderen YouTube-Link und natürlich auch den Link zur HBCON-Seite, dass ihr da alle notwendigen Infos habt.

Ich muss sagen, ich habe das vor eineinhalb Jahren, mitten in der Corona-Pandemie, vielleicht ist es sogar ein bisschen länger her, da habe ich auch gedacht, Corona-Pandemie, ich habe nichts Besseres zu tun. Da kümmere ich mich auch mal darum, wie kann ich BJCP-Judge werden. Ich habe dann auch diesen Online-Test, den man ja als Einstieg hat, einfach mal abgelegt. Das ist für einen Nicht-Native-Speaker 90 Minuten Multiple-Choice-Test. Zugegebenermaßen, so war zumindest mein Empfinden, Frank, korrigiere mich, wenn du es anders siehst, da sind aber schon ein paar schwierige Fragen dabei. Man muss die Style-Guides schon gut kennen und man darf vor allem keine Zeit verlieren. Man muss da schon schauen, dass man in den 90 Minuten so viele Fragen wie möglich beantwortet, um letztendlich diesen Entrance-Test, wie es heißt, zu bestehen.

Frank: Ja, ist genau richtig. Das ist genau der richtige Punkt. Das Schwierigste, denke ich, an dem Test ist das strikte Zeitlimit. Deswegen auch unbedingt an dieses Hilfsmittel denken, dass man als Nicht-Englischer Muttersprachler die Zeit von 60 auf 90 Minuten verlängern kann. Dazu muss man einfach

nur eine E-Mail hinschreiben, dann bekommt man das Passwort zugeschickt. Dann ist das schon ein etwas besseres Verhältnis, obwohl man während des Online-Examens Hilfsmittel benutzen darf. Da wird man nicht kontrolliert oder so. Man kann alles googeln, wenn man möchte. Aber dazu fehlt schlichtweg die Zeit. Das geht einfach nicht. Das ist dann wahrscheinlich auch die Idee dahinter, dass man das da so ein bisschen reglementieren kann. Man kann vielleicht ein, zwei Dinge googeln. Es gibt ein ziemlich hilfreiches Tool, an dem man die Zeit nebeneinander vergleichen kann[19]. Da kann ich euch auch mal den Link schicken, könnt ihr mit veröffentlichen. Das ist sehr hilfreich dafür. Ansonsten, wie du schon sagtest, Flo, man sollte schon mal … Die Guidelines sind auch ein bisschen schwer verdauliche Kost, aber die sollte man schon mal überflogen haben. Aber ich denke auch immer, als zumindest halbwegs erfahrener Hobbybrauer und Hobbybrauerinnen, muss man sich das mal anschauen. Aber es gibt natürlich ein paar Fragen, das stimmt schon, die ein bisschen ins Detail abrutschen.

Flo/Paul: Ich fand aber den Test super, muss ich sagen. Das wird jetzt nicht irgendwie schleimig daherkommen. Aber die Leute, die das aufgesetzt haben, was da in Herzblut drin steckt und Aufwand, das ist schon beachtlich. Du hast am Anfang erwähnt, das Ganze ist nicht kommerziell. Es wird überall praktiziert und gelebt. Das ist insgesamt, muss ich schon sagen, großen Respekt an die, die das mal gestattet haben. Echt coole Sache. Und dass es an der einen oder anderen Stelle so ins Detail geht, finde ich persönlich wirklich mega. Und wenn man diesen Online-Test dann bestanden hat, dann kann man sich ja zu dem praktischen Teil anmelden. In Deutschland gibt es da leider noch nicht so viele Möglichkeiten, das ablegen zu können. Eine Möglichkeit ist die HB-Con in Romrod[20]. Ich denke, das wird nächstes Jahr, das wirst du besser wissen, vermutlich auch wieder möglich sein. Ich denke auch, ja. Klar, die Plätze sind begehrt und begrenzt. Aber letztendlich, das ist halt auch ein Prozess, der dann noch ein paar Jahre braucht, bis wir in Deutschland da vielleicht eine ähnliche Anzahl an Judges vorweisen können, wie es andere Länder haben. Ich denke, auch für die ganzen Hobbybrauer-Wettbewerbe ist das notwendig und bereichernd, um da einfach sicherzustellen, dass die ganzen Hobbybrauer-Biere von BJCP-Judges professionell bewertet werden.

Frank: Sehr coole Sache. Ja, ich kann da nur zustimmen. Und ja, es ist ein sehr guter Punkt, auch wieder Flo. Also das sehe ich genauso. Ja, eine kritische Masse, davon sind wir noch weit entfernt. Auf jeden Fall in Deutschland und ein paar anderen europäischen Ländern. Es gibt ja schon deutlich mehr Judges, insbesondere in Polen und Spanien und natürlich in Großbritannien. Da ist man ein bisschen weiter. Aber ja, ich denke auch, dass das kritisch ist und dass das so ein bisschen auch hoffentlich durchsickert, wie einfach das eigentlich ist, einen BJCP-Wettbewerb zu organisieren. Da gibt es auch Überlegen, dass wir dazu mal vielleicht einen Workshop machen oder sowas auf der HBCon oder bei ähnlichen Veranstaltungen. Weil das auch wirklich natürlich neben der Organisation, die man aber ja bei einem Wettbewerb sowieso macht, einfach nur eine E-Mail ans BJCP ist, wo man ein paar einfache Fragen beantwortet und eine Gebühr von 20 Dollar bezahlt. Und schon hat man einen offiziellen BJCP-Wettbewerb. Viel schwerer ist es tatsächlich nicht. Und dann ist das halt sehr attraktiv. Zum einen für die schon existierenden Judges und vielleicht auch für die Leute, die sich einfach für das Thema interessieren und einfach mal vielleicht wissen wollen oder eine Idee bekommen wollen, wie das abläuft, wie das funktioniert und vielleicht auch einfach mal mitmachen wollen.

Flo/Paul: Also ich habe ja schon gesagt, ich kann heute wahrscheinlich hier einiges lernen. Ich habe auch mal mit dem Gedanken gespielt, diesen Test zu machen. Ich habe es dann aber wieder verworfen, weil das reine Sensorik-Thema einfach nicht so, das begeistert mich nicht so hundertprozentig. Beziehungsweise ich brauche halt lieber, ich mache halt lieber mit. Und ich kriege auch gerne Feedback dazu und möchte natürlich selber im bestimmten Rahmen auch mehr Feedback geben und einfach sagen, hier, das funktioniert oder das funktioniert nicht, da ist ein Fehler drin oder nicht. Aber der Flo hat ja schon gesagt, er hat so ein bisschen die Corona-Zeit genutzt. Frank, wie war das bei dir? Was war so die ausschlaggebende Idee? Warum oder wie bist du drauf gekommen zu sagen, ich mache das jetzt mit, ich will jetzt Judge werden?

Frank: Ja, okay. Also mir war das immer schon klar, dass ich das unbedingt machen wollte. Also schon relativ früh komme ich gleich nochmal darauf zurück. Und da bin ich halt auf die erste Chance gesprungen, die sich mir geboten hat. Das war halt dann eben im Januar 2019 als Kölner Biohistoriker und insbesondere der Jürgen Knocke, einer der Mitgründer da. Ach, der Jürgen. Also wir machen jetzt ein BJCP-Examen und dann wurde das auch gemacht. Da war ich sehr glücklich. Wie bin ich ursprünglich darauf gekommen? Da mussten wir mal zurück nach Glasgow. Da bin ich dann auch relativ schnell in einen örtlichen Stammtisch sozusagen reingeraten. Und da hatte ich meinen zweiten Sud damals dabei. Das war ein American IPA. Da waren zwei Leute mit am Tisch, die waren sensorisch extrem gut drauf. Das hat mich aus den Socken gehauen. Die haben einfach an einem Bier gerochen und haben mir dann erzählt, wie du das gebraut hast und was für Zutaten du genommen hast und was damit nicht stimmt und wie du die Fehler beheben kannst. Und da war ich einfach platt, wie das überhaupt gehen kann. Und das hat mich total fasziniert. Und dann stellte sich halt raus, dass diese beiden Leute, zwar zu dem Zeitpunkt glaube ich, noch keine qualifizierten Judges sind, aber in dem BJCP-Thema schon drinsteckten und sich da schon sehr umgetan hatten. Und die hatten mir dann auch sofort den Tipp gegeben, dieses Bier wäre fantastisch, was mich sehr überrascht hat in dieser etwas beängstigenden Runde von erfahrenen Hobbyfrauen. Und die haben mir dann halt die Empfehlung mitgegeben, ich soll das Bier auch unbedingt bei einem Wettbewerb einreichen. Gut, wenn die das sagen, mache ich das mal. Und da gab es die Scottish Craft Brewers[21], das ist ein Hobbybrauerverein in Edinburgh. Die hatten dann einen Wettbewerb, kleinen, auch offiziellen BJCP-Wettbewerb. Und da war einer der gefragten Bierstile American IPA. Also genau passend. Und dann habe ich da eingereicht und habe dann auch tatsächlich mit meinem zweiten Sud diesen Wettbewerb gewonnen. Krass, okay. Und das hat mich natürlich dann total beflügelt und habe das Bier dann später noch, also kurz darauf, bei einem noch größeren Wettbewerb eingereicht, nämlich der Scottish Homebrew Competition, also ein landesweiter Wettbewerb, der vom relativ bekannten Institute of Brewing and Distilling[22] ausgerichtet wurde. Der hatte sich überwiegend an deren Braustudenten gerichtet, damit die mal so ein bisschen zeigen können, was sie drauf haben und so. Und der war aber offen für alle. Und auch diesen Wettbewerb habe ich dann als Sieger gewonnen, was die Leute ziemlich verblüfft hat. Und dann durfte ich das Bier halt im kommerziellen Maßstab brauen, bei Fyne Ales[23], vielleicht auch dem einen oder anderen Begriff. Und das wurde dann halt noch landesweit vertrieben und wurde in Pubs ausgeschenkt. Krass. Und war ein Riesenspaß. Und dann war mir halt klar, die BJCP-Judges hatten Recht und das will ich auch wahr machen. Ja, perfekt.

Flo/Paul: Das klingt ja richtig gut. American IPA, welche Hopfen hattest du eingesetzt? Oder was war so speziell an deinem Rezept oder besonders?

Frank: Also speziell, ich weiß nicht, das war damals auch schon so, ich hatte irgendwann einen Artikel gelesen über Stone Ruination IPA und dachte, das klingt so geil. Diese harzigen Pinien-Grapefruit-Noten und so weiter und brutale Bitterkeit. Das fand ich am Anfang natürlich total faszinierend und super und wollte ich auch brauen. Und da dachte ich, wo kriege ich das her? Nirgendwo, also braue ich es halt selbst. Und dann habe ich mir halt ein paar Ideen aus dem Internet gesammelt und irgendwo auch sogar so ein Klonrezept gefunden und habe das darum ein bisschen gemodelt und habe mir dann Hopfen besorgt, die da gefordert waren, gab es natürlich nicht. Also habe ich andere genommen. Also konkret drin waren Cascade, Galaxy und noch einer. Warte, ich kann… Apollo. Apollo, ja. Oh, okay. Meiner Meinung nach ist es sehr, sehr wichtig für diese intensive Grapefruit-getriebene Bitterkeit. Also ja, Apollo, Cascade und Galaxy.

Flo/Paul: Sehr cool. Jetzt wissen unsere Zuhörer, mit welcher coolen Story du dich entschlossen hast, BJCP-Judge zu werden. Wir wissen, wir haben es grob erklärt, was man tun muss, um das zu werden. Du bist ja aber nicht nur, sage ich mal, gewöhnlicher BJCP-Judge, sondern ein sogenannter National Judge. Kannst du da auch ein paar Takte dazu sagen, wie es dazu gekommen ist, was dir, sage ich mal, dieser Rang bringt und was du damit so machst?

Frank: Ja, genau. Also das sind viele Fragen.

Vielleicht noch mal ganz kurz über dem gestuften Prüfungssystem. Also wir hatten ja schon kurz über das Online-Examen gesprochen, wo man, wie gesagt, diese 180 Fragen beantworten muss von denen übrigens nur 64% richtig sein müssen. Dann hat man bestanden. Das eine ist wichtig zu wissen. Dann macht man eben die Verkostungsprüfung. Also sprich, man bekommt sechs Biere in 90 Minuten vorgesetzt und muss dann zu jedem Bier ein Scoresheet ausfüllen. Also das ist das BJCP-Standard-Scoresheet sozusagen, wo man einfach Geruch, optischen Eindruck, Geschmack, Mundgefühl und dann noch mal den Gesamteindruck beschreibt von dem Bier und jedem diese Aspekte bewertet. Dazu noch eventuelle Fehler rum und auf dem Brauer Feedback gibt. Wenn man das alles gemacht hat, ergibt sich dann daraus die Gesamtbewertung dieses Bieres. Ja, und dann wird halt eben aus diesen sechs Bieren in der Prüfung ein Ergebnis ermittelt, was in Prozenten angegeben wird, also von 100 sozusagen. Und aus diesem Ergebnis ergibt sich dann der Judge-Rang sozusagen.

Also es gibt eben im BJCP so ein Rangsystem. Nachdem man diese Prüfung dann bestanden hat, ist man, wenn man über 60 Punkte geschafft hat, ein sogenannter Recognized Judge, also vom BJCP anerkannt. Wenn man über 70 schafft, dann wird man certified, sobald man fünf Erfahrungspunkte gesammelt hat. Das ist auch noch so ein System in System, wo man, was ich auch sehr gut finde, weil das einfach die Leute dazu animiert, immer aktiv zu bleiben als Judge und regelmäßig, wenn immer möglich, an Wettbewerben teilzunehmen und möglichst viele Erfahrungspunkte zu sammeln. Sobald man dann fünf davon gesammelt hat und über die 70 geschafft hat, dann ist man certified. Ja, und dann gibt es noch mal eine Schwelle bei 80 Prozent. Wenn man die überspringt, dann darf man sozusagen die schriftliche Prüfung noch machen. Und wenn man in dieser Prüfung dann auch noch mal über 80 kommt, beziehungsweise dann wird ein Mittelwert gebildet aus der Verkostungsprüfung mit den sechs Bieren und der schriftlichen Prüfung. Und wenn dieser Mittelwert über 80 liegt, dann wird man National Judge.

Ja, und davon gibt es jetzt halt nicht mehr so viele. In Europa aktuell, glaube ich, zehn. Jetzt bin ich gerade nicht ganz aktuell, weil gerade die letzten Tage erst neue Ergebnisse veröffentlicht wurden. Es gibt, glaube ich, zehn in Europa und zwei Master Judges. Das wäre noch mal eine Schwelle drüber. Da muss man dann als Durchschnitt zwischen der Verkostungs- und der schriftlichen Prüfung 90 Punkte schaffen. Genau, so wird man National oder Master Judge. Und was bringt einem das?

Also ab National Judge Level darf man in der BJCP weitere Aufgaben übernehmen. Und zwar zum einen ist es neuerdings und etwas ärgerlicherweise so, dass man als National Judge Examen organisieren darf. Früher durfte das eigentlich jeder. Aber da gab es offenbar eine Änderung. Warum, weiß ich nicht genau. Ich bin nicht besonders glücklich, vor allen Dingen für Regionen wie Europa, wo noch ein bisschen Nachholbedarf ist, sozusagen. Das heißt, alle Examen bleiben an mir hängen. Wobei sich das vielleicht auch noch mal ändern kann. Das wäre zumindest meine Hoffnung. Also das ist der eine Punkt, man darf Examen organisieren.

Man darf dann aber auch, und das ist ziemlich wichtig, als Proktor eingesetzt werden. Und Proktor ist eine wichtige Rolle in dem Verkostungsexamen, wo man die sechs Biere beschreiben muss. Und da sind das sogenannte Referenzverkoster. Also sehr erfahrene Judges, die im gleichen Raum, zur gleichen Zeit mit den Prüflingen im Examen das Bier verkosten und die gleichen Scoresheets ausfüllen. Und dann wird im Anschluss für die Bewertung geschaut, wie gut zumindest in Teilbereichen, da komme ich vielleicht auch noch mal drauf zurück, bestimmen jetzt die Bewertungsbögen oder die Scoresheets der Teilnehmer mit denen der Proctoren überein. Das ist dann ein Einfluss auf die Bewertung sozusagen. Das darf man dann als National Judge, weil die Organisation einem dann insofern vertraut, dass man das schon richtig hinkriegen wird und die Biere gut beschreiben kann.

Flo/Paul: Und was darf man noch?

Frank: Man darf auch als National Judge ein Grader-Training absolvieren. Also das ist dann noch mal eine weitere Qualifikation, wo man dann sozusagen durch so einen Prozess geht, wenn man lernt, wie man Examen bewertet. Und das ist fast schon unsagbar komplex, diese Vorgehensweise, sehr zeitaufwendig. Deswegen dauert es auch so lange, weil halt wirklich in fünf verschiedenen Einzelbereichen geschaut wird, wie hat jeder Teilnehmer am Examen für jedes Prüfungsbier abgeschnitten. Und am Schluss wird alles gemittelt und daraus ergibt sich dann die Gesamtbewertung sozusagen. Also das sind die verschiedenen Dinge, die man als National Judge dann zusätzlich darf sozusagen.

Flo/Paul: Puh, also ich bin gerade so ein bisschen platt. Also zum einen, also es freut mich natürlich, ich wusste zum Teil schon Sachen, weil ich mich da auch mal so ein bisschen eingelesen hatte. Aber es ist natürlich cool zu hören, wie professionell das quasi und wie aufwendig das gemacht wird. Und wenn man dann als Teilnehmer bei so einem Wettbewerb mitmacht und sein Bier einreicht, kann man sich echt, glaube ich, ziemlich sicher sein, dass das durch die Judges dann sehr, sehr objektiv und richtig bewertet wird. Also das ist echt krass, finde ich.

Frank: Ja, so sollte es sein, ja. Man liest das immer wieder auch in verschiedenen BJCP-Foren oder sowas, dass da auch schon mal, dass es nicht so optimal läuft. Ja, dann ist es nicht gut. Aber dann immer den Feedback-Kanal nutzen. Ja, es steht auch auf jedem Scoresheet immer die E-Mail-Adresse von dem Judge. Also man kann ihn dann auch sofort nochmal persönlich anschreiben und fragen, wie hast du das gemeint, was du da geschrieben hast? Oder war das wirklich so? Das kann man machen. Man kann sich auch immer an den Organisator von so einem Wettbewerb wenden, der natürlich auch ein gesteigertes Interesse daran hat, dass die Judges ordentliche Arbeit leisten.

Flo/Paul: Das ist schon sehr wichtig. Und andererseits ist es, weiß ich das, aus Großbritannien, da gibt es sehr viele Hobbybrauer, die Biere zu Wettbewerben einreichen, gar nicht mit der Absicht, da unbedingt gewinnen zu wollen, sondern vor allem, weil sie gerne professionelles Feedback haben wollen.

Frank: Richtig, genau. Und das ist eine sehr schöne Sache, finde ich. Also das höre ich auch immer wieder. Nicht abseits jetzt auch von den BJCP-Wettbewerben, aber die Hobbybrauer sind einfach echt auch darauf aus, mal ein Feedback zu kriegen. Und bei so einem BJCP-Wettbewerb, glaube ich, kann man da wirklich auf ein sehr, sehr gutes Feedback, was die Ehrlichkeit und die Referenzen von den Judges angeht, kann man da echt drauf bauen.

Flo/Paul: Das hört sich richtig cool an. Jetzt hast du uns erzählt, wie du dazu gekommen bist. Aber jetzt bist du es ja. Und du wirst auch international eingeladen. Also du bist auch unterwegs. Weltweit ist jetzt die Frage. Und wo bist du da so unterwegs? Und gibt es da vielleicht auch so ein paar Favoriten, was die Wettbewerber angeht, von der Durchführung oder vom Feeling einfach?

Frank: Ja, ich bin viel unterwegs. Ich denke, es macht mir großen Spaß. Das ist eigentlich fast die schönste Sache daran, neben dem Bier trinken und bewerten. Also ich musste am Anfang natürlich auch ein bisschen und auch nach wie vor als Judge aktiv sein, um die entsprechende Menge an Punkten zu bekommen. Ich hatte vorhin vergessen zu sagen, als National braucht man 20 Erfahrungspunkte. Und die mussten ja auch irgendwie zusammenkommen. Und deswegen bin ich vor allen Dingen nach dem Ergebnis der Verkostungsprüfung dann sehr aktiv geworden. Das war 2019, also knapp vor Corona. Was ich natürlich nicht wissen konnte. Aber ich habe zum Glück irgendwie

alles mitgenommen, was ging. Wir hatten dann in Köln bei den Bierhistorikern eine Clubmeisterschaft. Wir haben dann nochmal kleinere interne Meisterschaften sozusagen gemacht. Das ist möglich und ist auch legitim, weil du nämlich in diesen kleinen Dingern auch die Biere verkostest und die Scoresheets ausfüllst und deine Erfahrungen sammelst. Also das geht. Dann war ich bei der HBCON dann 2019. Da war ich einmal in Wales. Da gibt es die Welsh National Homebrew Competition[24]. Ich denke mal, das ist so eine kleine regionale Competition. Aber wenn ich mich richtig erinnere, waren das auch um die 240 Biere, die dann da eingereicht wurden. Und zwar auch aus ganz Großbritannien. Also das war eine der größeren regionalen Competitions, die die da haben. Und dementsprechend auch eine große Menge an Judges brauchen, um die halt an einem Tag verkosten und bewerten zu können. Dann waren wir mit den Kölnern, das war auch sehr cool, bei der Prager Homebrew Competition. Auch ein größeres Ding mit wahrscheinlich um die 200 Einreichungen, würde ich denken. Dann gab es noch den Mainzer Hobbybrauer Wettbewerb. Der wurde, glaube ich, im Rahmen der Mainzer Craft Beer Messe diesmal gerade durchgeführt. Von der Brauersportgruppe.

Paul: Liebe Grüße an die Brauersportgruppe. Da bin ich übrigens auch aktives Mitglied.

Frank: Ja, coole Leute. Dann haben wir auch in Aachen mal so einen kleinen Wettbewerb gemacht. Das Beste Bier Aachens ermittelt. Das kam dann aber erst dieses Jahr dazu. Das war auch im Rahmen von einem Examen. Da war ich in Sofia als Proctor. Und da war ich auch völlig positiv entsetzt. Weil in Bulgarien gab es tatsächlich den 10. Bulgarischen Hobbybrauer Wettbewerb dieses Jahr. Wo dann zum Jubiläum auch zehn verschiedene Stile ausgelobt wurden. Da waren deutlich über 100 Bier eingereicht, die da angetreten sind. Also echt cool. Das waren so die Judging-Aktivitäten. Und als Proctor bin ich auch ein bisschen rumgekommen. Das erste war in Budapest im August 2021. Dann war ich, das hat vorhin schon Florian gesagt, schon des Öfteren in Warschau. Das war dreimal zu Examen. Das findet da immer oder oft parallel statt zum Warschauer Craft Beer Festival. Das ist auch eine unbedingte Empfehlung. Das findet im Warschauer Fußballstadion statt. Und da kommen so 11.000 Leute über drei Tage und trinken Craft Beer. Und dann war ich…

Flo/Paul: Der Wahnsinn. Da wird man doch nur neidisch auf deutscher Brille. Ich weiß auch nicht. Egal was er hier sagt, alles ist irgendwie cooler.

Frank: Ja. Und dann war ich noch in Madrid, in Prag, in London und dann in Sofia. Das waren die Proctoren-Einsätze bislang. Das ist kein Monopol, aber auch nicht weit davon entfernt, weil es eben nur zehn oder elf Leute in Europa sind, die das machen dürfen. Und du brauchst für jedes Examen zwei davon. Und früher oder später wirst du halt gefragt. Eher früher.

Flo/Paul: Was mich jetzt persönlich da interessieren würde, ist dann Kost und Logis gedeckelt? Oder zahlst du da drauf? Du sagst ja, es ist ja kein kommerzieller Verein in dem Sinne. Aber machst du das nur aus Spaß?

Frank: Nein, nicht nur aus Spaß. Das ist natürlich extrem hilfreich dabei. Als Proctor bekommst du tatsächlich deine Unkosten, im Sinne von Anreise und Hotel. Das ist gedeckt, ja. Neben den BJCP-Wettbewerben, wo du als Juror tätig bist und jetzt viele Erfahrungen gesammelt hast.

Flo/Paul: Ich glaube, wir haben alle einen sehr guten Eindruck bekommen, dass da bei dir richtig Expertise vorhanden ist und viel Erfahrung über die Jahre. Bist du auch bei kommerziellen Brauwettbewerben als Juror im Einsatz, neben der ganzen BJCP-Aktivität?

Frank: Ja, und zwar bislang bei den World Beer Awards. Das ist auch ein internationaler Wettbewerb für kommerzielle Biere, sprich von kommerziellen Brauereien. Da war ich jetzt zum fünften Mal. Da

gibt es immer eine, sozusagen für bestimmte Länder, in denen viel gebraut wird, da gibt es immer eine Vorausscheidung. Das ist, glaube ich, für Deutschland, für Kanada und USA und Großbritannien. Und dann am Schluss gibt es immer ein großes Finale in London, wo dann weltweit, wie auch aus den Bieren aus kleinen Ländern, bewertet werden. Und da war ich jetzt jeweils bei der deutschen Vorentscheidung dabei, die in den letzten Jahren angenehmerweise in Bamberg stattfindet und die Markus Raupach uns organisiert. Da war ich jetzt dabei. Und das ist auch eine sehr schöne Erfahrung, weil da auch natürlich diverse andere Koryphäen auflaufen aus der Brauwelt. Braumeister von Schlenkerla oder diverse andere Größe. Markus natürlich und ganz viele relativ bekannte Leute aus der Brauwelt, die man immer schon mal treffen wollte, trifft man da und kann dann mit denen zusammen Biere bewerten. Das macht natürlich auch Riesenspaß und ist eine unglaubliche Bereicherung. Wobei das natürlich, muss man auch dazu sagen, ziemlich anders abläuft als ein BJCP-Wettbewerb, wo man, wie vorhin beschrieben, zu jedem Bier sehr ausführlich ein A4-Blatt ausfüllt und dem Kocher noch Feedback gibt, wie er seine Fehlaromen vermeiden kann. Das ist dann natürlich nicht unbedingt gefragt, weil man natürlich davon ausgeht, dass die professionellen Brauer, die diese Biere brauen, dann schon wissen, wie sie solche Fehler vermeiden können beziehungsweise solche Biere hoffentlich gar nicht erst einreichen, obwohl es gelingt. Ich wollte gerade sagen, die reichen dir ja auch ein. Die reichen mir manchmal doch ein, ja. Ja, aber es ist halt spannend. Was da gefragt ist, ist wirklich sehr kurzes, knackiges Feedback, eine ganz kurze sensorische Beschreibung des Bieres und eine Bewertung natürlich. Und dann werden halt eben die Gewinner auserkoren, ja.

Flo/Paul: Okay. Ja, ich würde sagen, jetzt haben wir einen sehr guten Rundumschlag gemacht zu dem ganzen Thema BJCP. Ich würde fast behaupten, im deutschsprachigen Raum tituliere ich das jetzt einfach hiermit zur besten Zusammenfassung, die es gibt. Da auf jeden Fall schaut in die Shownotes. Wir versuchen euch alles zu verlinken und der Frank hat es ja vorhin schon angeboten. Notfalls könnt ihr euch auch an ihn wenden.

Frank: Gerne. Wenn ihr da mehr wissen wollt.

Flo/Paul: Aber bevor wir zum nächsten Thema kommen, fällt mir doch noch eine Frage ein, was den einen oder anderen vielleicht interessiert. Ich habe es vorhin zwar schon so ein bisschen anklingen lassen, dass es vermutlich in Romrod die nächste Gelegenheit in Deutschland geben wird, ein Examen, ein BJCP-Examen abzulegen. Also den praktischen Teil. Gibt es darüber hinaus da in Zukunft noch andere Pläne? Kannst du da schon was dazu sagen? Oder wird es, sage ich mal, aufgrund den Engpässe, die wir aktuell in Deutschland noch haben, erst mal bei dieser einen Gelegenheit bleiben?

Frank: Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Also es könnte sein, dass das das Einzige ist. Es könnte aber auch sein, das kann ich aber noch nicht konkret sagen, dass noch ein weiteres Examen im Frühjahr dazukommen wird in Deutschland und zwar im süddeutschen Raum. Das ist aber noch nicht ausgegoren, diese Planung. Das könnte aber passieren. Darauf würde ich mich jetzt erst mal nicht unbedingt verlassen. Darüber hinaus gibt es keine weiteren konkreten Planungen. Man muss auch dazu sagen, BJCP hat auch ein Examenskalender auf der Website. Da kann man nachschauen, welche Examen wann wo stattfinden. Lohnt sich vielleicht auch mal für Nachbarländer da reinzugucken, wenn man da interessiert ist. Kann man auch gelegentlich mit einem schönen Ausflug verbinden oder sowas. Also das ist eine Möglichkeit. Ansonsten kann ich nur dazu aufrufen, wenn ihr so etwas machen wollt und vielleicht sogar schon eine kritische Masse von fünf, sechs Leuten zusammen habt, die das machen wollen, dann schreibt mich einfach an und dann stellen wir das irgendwie auf die Beine. Das ist doch eine Ansage, würde ich sagen.

Carnivale Brettanomyces

Flo/Paul: Ja, mega. Aber damit jetzt wirklich machen wir erst mal einen Knopf an das Thema BJCP für heute. Ich habe da aber noch eine andere Frage an dich, weil die letzten Jahre habe ich das immer neidisch verfolgt. Wenn du auf Instagram gepostet hast, dass du dich in Amsterdam im Juni rumtreibst, weil das steht bei mir auch schon lange auf dem Zettel. Ja. Ich muss aber gestehen, ich bin mir noch nicht mal hundertprozentig sicher, ob ich es gleich richtig ausspreche. Ich meine den Carnivale de Brettanomyces[25] in Amsterdam. Für die, die das nicht kennen, für die, die das jetzt zum ersten Mal hören, kannst du da vielleicht auch kurz was dazu sagen, was sich dahinter verbirgt. Was da im Juni in Amsterdam so abgeht, sage ich mal.

Frank: Ich versuche das mal zusammenzufassen. Ich würde vorweg sagen, ich habe mich sehr gewundert, dass ich dich da noch nicht getroffen habe, Flo. Das müsste ja auch genau dein Ding sein. Es ist eine Art Festival, aber kein klassisches Bierfestival, sondern ein Festival von Gärungen. Und zwar nicht nur unbedingt Bier. Das war ursprünglich vielleicht möglich, aber jetzt ist es nicht mehr möglich. Es ist ein Festival von Gärungen. Und zwar nicht nur unbedingt Bier. Das war ursprünglich vielleicht mehr mit dem Schwerpunkt Bier, aber mittlerweile einfach alles, was man irgendwie auf irgendeine Art und Weise vergären kann, ist da vertreten und wird da gefeiert und zelebriert und geschmeckt. Also dabei kann es sich handeln um Bier, aber natürlich auch mittlerweile um Wein, Cider, um Nahrungsmittel aller Art, die man vergären kann auf verschiedene Arten und Weisen. Also alles ist da denkbar vom Ablauf her. Das geht in Amsterdam zumindest immer Donnerstag bis Sonntag. Das ändert sich auch immer so ein bisschen von Jahr zu Jahr, weil das Festival selbst auch evolviert und sich weiterentwickelt. Aber generell kann man sagen, dass in verschiedenen Orten im Stadtgebiet von Amsterdam dann viele Veranstaltungen stattfinden. Und Veranstaltungen heißt eben nicht nur Bierverkostungen oder so Festival-Elemente, der sogenannte Homebrewers Market, der immer als die Keimzelle von dem Festival hingestellt wird und es auch ist, also wo einfach wirklich viele Hobbybrauer, die mit gemischter Gärung, mit Brett, mit Bakterien und so weiter arbeiten, ihre Biere vorstellen, aber halt auch wissenschaftliche Vorträge. Ja, da kommt zum Beispiel der Richard Preiss von Escarpment Labs und gibt mal ein Update zur aktuellen Brettforschung, was man da in den letzten zwei, drei Jahren so rausgefunden hat und fasst mal die wissenschaftliche Literatur zusammen. Oder der Benedikt Koch erzählt, was er neuerdings aus den Archiven zur Berliner Weiße ausgegraben hat, was man da noch nicht wusste oder wie man Schaumstabilität gewährleisten kann. Also alle möglichen Sachen, die Bierenthusiasten begeistern, die werden da gefeiert. Und davor, dazwischen und danach wird natürlich jede Menge Bier verkostet. Es sind immer irgendwelche Flaschen im Umlauf. Es gibt geniale Biere aus der ganzen Welt, die man sonst nur schwer bekommt im Ausschrank, auch in den verschiedenen Bars, die dann daran teilnehmen. Und ja, es ist einfach so eine Art Achterbahnfahrt, vier Tage und Nächte um dieses Thema. Und es macht einfach ein Riesenspaß. Und es kommen Leute wirklich von allen Kontinenten, muss man sagen, die sich dafür begeistern und die sich da austauschen und gegenseitig befruchten und natürlich Hilfen tauschen. Und alles ist möglich.

Paul: Flo, du musst da hin. Ich wollte gerade sagen, ich habe ja schon fast Pipi in den Augen, wie der Frank das beschreibt.

Flo: Muss ich 2024 irgendwie in meinen Kalender integrieren, dass ich da mal hinkomme. Das klingt mega. So, bevor wir langsam zum Ende kommen, Frank, was uns noch interessieren würde, ist, hast du noch Zeit fürs Hobbybrauen neben den ganzen Aktivitäten fürs BJCP? Und hast du vielleicht irgendwelche Zukunftspläne, entweder fürs Hobbybrauen oder vielleicht auch für Wettbewerbe, für Sensorik? Wie sieht es da aus?

Frank: Also Zeit fürs Brauen natürlich immer weniger als einem lieb ist, aber ich hoffe doch noch, das ein oder andere Bier zu brauen dieses Jahr. Auf der Wunschliste stehen hier noch mal so ein Export-Stout 1890. Dann hatte ich mir auch mal überlegt, aber bisher nur so als Geistesblitz. So eine Art Ultrasession-Stout, irgendwas ganz Leichtes vielleicht, was aber als Stout erkennbar ist, was man dann mal an einem Wintermittag trinken kann oder so. Natürlich mal wieder in Saison, um dann auch, ich habe mich da ein bisschen auch von Flo inspirieren lassen und habe meinen Cherry-Holzfass

jetzt kontaminiert mit meiner Hauskultur. Also gibt es keinen Weg mehr zurück. Und deswegen muss das jetzt halt mal nachgefüllt werden, damit ich hoffentlich bald mal was entnehmen kann und hoffentlich noch mal ein Altbier. Das wären so die nächsten Brauwünsche, die ich hätte. Ansonsten veranstaltungsmäßig steht noch auf dem Programm ein größerer regionaler Wettbewerb in Polen und zwar in Posnan. Targi Piwne[26] heißt ja, ich spreche das richtig aus. Da treten sowohl Hobbybrauer als auch kommerzielle Brauer an. Ich weiß noch nicht mal, ob zusammen oder getrennt. Ich bin sehr gespannt darauf und auch alle möglichen Kategorien, aber auch Cider und Mead. Also es ist sehr spannend. Und dann gibt es Ende des Monats noch ein Examen in Helsinki, wo ich auch sehr gespannt bin und wo ich als Proctor dann teilnehmen darf. Ja, ansonsten reicht das glaube ich auch erst mal.

Flo/Paul: Geplant ist einiges, aber geht uns ja auch ähnlich, Flo. Da steht immer viel auf dem Zettel. Ja, braucht man nur noch Zeit, dann ist alles cool. Es ist ja fast schon Tradition, Flo. Beim zweiten Mal ist Tradition.

Lieblingsbier Frank

Flo/Paul: Beim zweiten Mal, ja. Wie leiten wir das ein, das Ende? Und zwar mit dem Lieblingsbier und zwar von dir, Frank. Wir haben dich ja gebeten. Kannst du ein Lieblingsbier kommerziell oder selbst gebraut oder von einem anderen Hobbybrauer oder eins, was du auf irgendeinem Wettbewerb getrunken hast, kannst du eins benennen für dich?

Frank: Ja, das ist natürlich das Schwierigste aller Fragen. Mein Lieblingsbier ist immer das Nächste. Aber ich habe natürlich meine Gedanken hin und her gewälzt und habe mich auf ein Bier geeinigt, nämlich Taras Boulba[27] von der Brasserie de la Senne. Das steht auf dem Etikett Extra Hoppy Ale. Ich weiß nicht, kennt ihr das? Wahrscheinlich ja.

Paul: Ich habe es noch nicht getrunken, gehört habe ich es.

Flo: Ja.

Frank: Das ist eine Bildungslücke. Ich finde, das ist ein wirklich tolles Bier. Das ist, wie gesagt, von der Brasserie de la Senne aus Brüssel, die sehr viele tolle Biere machen. Aber das sticht für mich besonders aus, weil es auch ein sehr leichtes Bier ist. 4,5% Alkohol hat das. Es ist auch eine wahnsinnige Hopfenbombe, aber auf eine vielleicht unerwartete Art, weil de la Seine arbeitet überwiegend oder fast ausschließlich mit europäischen, insbesondere deutschen Hopfensorten, aber bringt die so unglaublich gut zur Geltung, wie das sonst fast niemand hinbekommt. Das ist einfach ein wahnsinniger Eindruck, dieses Bier, den das jedes Mal hinterlässt. Das funktioniert auch auf jede Weise, aus der Flasche oder frisch vom Fass. Am Wochenende nochmal frisch in der Brauerei in Brüssel vom Fass trinken. Das ist einfach der Wahnsinn. Das ist so eine Hopfenbombe und so balanciert und doch durchtrinkbar, dass man einfach immer sofort noch eins davon trinken möchte.

Paul: Klingt sehr, sehr gut. Flo, du kennst das wahrscheinlich?

Flo: Ich kenne das. Das könnt ihr mir jetzt glauben oder nicht. Ich meine, euch kann ich es nach der Aufnahme gleich zeigen. Aber ich habe mir vor zwei Minuten von der Brasserie de la Senne ein Bier eingeschenkt. Es ist nicht das, was der Frank gesagt hat. Ich habe ein Double Stout, Zwet IPA, 8%[28]. Ich habe gedacht, das ist genau das Richtige, um den Abend ausklingen zu lassen. Ich fand es aber jetzt trotzdem super witzig. Gedankenübertragung, herrlich. Dass er genau von der Brauerei jetzt ein Bier raussucht. Ich bin ein riesen Fan von der Brauerei. Durch die Bank, tolle Biere, charaktervoll. Alle haben eine ganz gewisse, besondere Handschrift. Das gefällt mir allgemein sehr gut, wenn eine Brauerei so etwas hinbekommt, um sich abzuheben.

Paul: Sehr cool, ihr zwei. Ihr versteht euch und demnächst trefft ihr euch in Amsterdam. So habe ich das verstanden. In diesem Sinne leiten wir langsam das Ende der Folge ein. Mega interessant. Die Zeit ist verflogen. Ich gucke gerade ein bisschen auf die Uhr und kann es gar nicht fassen. Frank, vielen, vielen Dank, dass du das alles mit uns geteilt hast. Die ganzen Infos. Der Flo hat es gesagt, wir packen euch auch noch mal so viel wie geht in die Show Notes. Da könnt ihr noch mal nachlesen und nachschauen. Bleibt uns nur zu sagen, vielen, vielen Dank für das Interview mit dir. Das war wirklich super bereichernd.

Frank: Vielen Dank für die Einladung. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und war mir eine große Ehre. Danke euch. Und macht so weiter.

Flo: Uns war es auch eine Riesen-Ehre. Vielen Dank, Frank. Die ganze Community dankt dir. Tolles Interview. Mach’s gut.

Danke euch. Prost.

Tschüss. Prost.

Tschüss.

Quellen

[1] Zahlen Daten Fakten zum Thema BJCP https://www.bjcp.org/about/introduction-bjcp/

[2] Instagram Kanal von Frank https://www.instagram.com/humble_beer_ac/

[3] Kontaktdaten Frank für BJCP Fragen bjcp@gmx.de

[4] Instagram Kanal Hobbybrauer Aachen https://www.instagram.com/hobbybraueraachen/

[5] John Palmer – How to brew https://www.amazon.de/-/en/How-Brew-Everything-Great-Every/dp/1938469356

[6] Speidel Braumeister https://shop.speidels-braumeister.de/de/braumeister-50-liter

[7] Speidel Gärfässer https://shop.speidels-braumeister.de/de/gaertanks/gaerfass1

[8] Star San https://brauen.de/star-san-hb-five-star-de-dk

[9] Blog von Tobi Malzknecht https://malzknecht.de/

[10] Podcast von Tobi Malzknecht https://www.podcast.de/podcast/3257986/bier-brauen

[11] Quellen zu unserer Antwort an Tobi https://www.meininger.de/bier/brauereien/bier-terroir-teil-i https://brauwelt.com/de/karriere/personen-und-positionen/645785-giganten-der-biergeschichte-fritz-brinkhoff https://www.hopfenhelden.de/export-bier/ https://snoopsmaus.de/dortmund-bier-brauerei-museum/

[12] Maische Malz und Mehr https://www.maischemalzundmehr.de/

[13] König Ludwig Weissbier https://www.koenig-ludwig-brauerei.com/biere/weissbier/

[14] Bayreuther Hell https://bayreuther-brauhaus.de/unser-bier/

[15] BJCP Webseite https://www.bjcp.org/

[16] BJCP Guidelines https://www.bjcp.org/bjcp-style-guidelines/

[17] BJCP Examenseite https://legacy.bjcp.org/exams.php

[18] Viele Infos zur BJCP auf Deutsch (HBCON Webseite) https://heimbrauconvention.de/index.php/bjcp/bjcp-raenge/bjcp-tasting-examen/

[19] Vergleichs-Tool für das Online-Examen https://www.beersyndicate.com/app/Tutorial/Details/52

[20] Hinweis und Anmeldung zum Examen auf der HBCon 2024 https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?t=32901

[21] Scottish Craft Brewers https://scottishcraftbrewers.org/

[22] Institut of Brewing and Destilling https://www.ibd.org.uk/

[23] Brauerei https://www.fyneales.com/

[24] Wales Homebrew Competition https://homebrewcompetition.wales/

[25] Carnivale Brettanomyces https://wildegist.nl/

[26] Craft Beer Festival Polen https://www.tasteatlas.com/poznanskie-targi-piwne

[27] Brasserie de la Senne – Taras Boulba https://www.brasseriedelasenne.be/taras-boulba-27?lang=fr

[28] Brasserie de la Senne – Zwet IPA https://www.brasseriedelasenneshop.be/bieres-bieren-beers/brusseleir.html

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